"Ganz normale Reportage": Gutachter beobachtete "nichts Außergewöhnliches"

25. Juni 2010, 18:45
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Die Justiz verlangte inzwischen weitere Bänder von anderen Schauplätzen - Der ORF wollte sie unter Berufung auf das Redaktionsgeheimnis nicht herausgeben

Haben der ORF oder sein Redakteur das Schauplatz-Originalband manipuliert, das zwei Skinheads auf einer Wahlveranstaltung von FPÖ-Chef Heinz-Christian zeigt? Gerichtsgutachter Heinrich Pichler hat seinen Befund geliefert, sagt er auf Anfrage dem STANDARD.

Zum Inhalt seines Gutachtens will sich Pichler nicht äußern. Nur so viel: "Ich kann guten Gewissens sagen: Es ist der Ablauf einer ganz normalen Reportage. Das heißt aber noch nichts, man kann es ja nachher noch bearbeiten." Pichler beobachtete "nichts Außergewöhnliches" .

Strache erstattete Anzeige gegen den "Schauplatz"-Redakteur: Erst wollte er von den Skins, angeblich motiviert vom Redakteur, "Heil Hitler" gehört haben, später "Sieg Heil" . Beides fand sich nicht auf dem tags darauf beschlagnahmten Originalband. Gutachter Pichler sollte klären, ob es nachträglich manipuliert wurde, wie Strache behauptete.

Die Justiz verlangte inzwischen weitere Bänder von anderen Schauplätzen. Der ORF wollte sie unter Berufung auf das Redaktionsgeheimnis nicht herausgeben. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 26./27.6.2010)

  • ORF-"Am Schauplatz" mit zwei Skinheas auf einer FPÖ-Wahlveranstaltung.
    foto: standard/fid

    ORF-"Am Schauplatz" mit zwei Skinheas auf einer FPÖ-Wahlveranstaltung.

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