Gute Zukunft im Kampf um die Besten

26. Juni 2010, 17:07
1 Posting

"War for talents" : Das Thema bleibt für Unternehmen gleich, die Voraussetzungen sind in der schwachen Konjunktur bloß andere: Das macht Michael Page für das Suchgeschäft optimistisch

Von der positiven Seite her betrachtet, lässt sich belegen: Der Aktienkurs (FTSE 250) der auf Professionals im mittleren Management global spezialisierten Personalberatung Michael Page hat sich seit Juli 2009 verdoppelt. Das zeigt sowohl eine Erholung nach der Rezession als auch die Paradoxie der Arbeitsmärkte in den Industrieländern: Michael Page ist nicht nur in den Emerging Markets, sondern heuer sogar in Spanien (mit einer Arbeitslosenrate zwischen 20 und fast 25 Prozent) gewachsen.

Dicht besetzter Personalberatermarkt

In Österreich sind die in 28 Ländern aktiven Briten mit einem zehnköpfigen Team unter der Führung des gebürtigen Franzosen Yannick Coulange (30) seit fünf Jahren vertreten. Sales und Marketing sowie Finance und Accounting sind hier bis jetzt die Schwerpunkte. Österreich sei seit Mitte 2009 profitabel - auch wenn Einzelumsätze unterjährig nicht ausgewiesen werden, so lässt das ambitionierte Ziel bis 2012 doch Rückschlüsse zu: 40 Mitarbeiter will Michael Page dann hier zählen. Michael Page geht aggressiv in den hier dicht besetzten Personalberatermarkt, arbeitet nicht als reiner Retainer; diskretionäres Provisionssystem und Kandidatenzentrierung sind die Devise. Das nennt Coulange auch als Wettbewerbsvorteile, zusätzlich seien dies "Geschwindigkeit, Committment und die Gruppenstärke" . Jeder Kandidat "mit solidem Hintergrund" erhalte einen Interviewtermin, den nächsten Job "vielleicht nicht heute, aber vielleicht morgen" - Michael Page betreibt damit aktives Newplacement, Gebühren fallen dabei bei Erfolg an. Coulange: "Unser Image ist von den Kandidaten gemacht."

Dafür arbeitet die Mannschaft, das war am Mittwoch dieser Woche bei einer eleganten Leadership-Soirée in der britischen Botschaft in Wien mit rund 150 geladenen Executives spürbar. Optimismus ist ansteckend, bewies Steven Ingham, CEO von Michael Page International in seiner Ansprache "Licht am Ende des Tunnels" .

Zentraler Punkt: Die Kapazitätsanpassungen sind in einigen Branchen noch nicht zu Ende, das ändere aber nichts an der Suche nach den jeweils Besten, ändere nichts an den Herausforderungen des Talentmanagements - bloß sind die Voraussetzungen andere. Die Demografie in Kombination mit der Veränderungsdynamik, so Ingham, verschärfe den altbekannten "war for talents" sogar noch. Das macht ihn für sein Geschäft, für die Expertise seines Unternehmens, optimistisch. Strategien für das Finden und das Halten von Talenten sowie die Rolle der Human-Resource-Manager waren dann Gesprächsthema. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.6.2010)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Andere Vorzeichen für die Suche nach den Besten

Share if you care.