Roboter-Armee am Meeresgrund

25. Juni 2010, 15:03
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Hightech-Unterwassergeräte spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Ölpest - ursprünglich für Militärzwecke entwickelt

Moderne Tauchroboter können 350 Bar Wasserdruck standhalten, Gewichte von bis zu einer Tonne heben, dreidimensionale Bilder ihrer Umgebung aufnehmen und andere Geräte mit Hydraulikdruck versorgen. Sie sind also in der Lage, Dinge zu tun, die kein Mensch leisten könnte. Aus diesem Grund spielen sie im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko eine entscheidende Rolle. Wer im Fernsehen oder im Internet die Aufnahmen von dem in 1.500 Meter Tiefe ausströmenden Öl gesehen hat, hat schon einen Einblick in die Arbeit der Roboter bekommen: Die Kameras, die die Bilder vom Meeresgrund liefern, sind an den Robotern befestigt. Eine der Maschinen hat es vor einigen Tagen nach einem unrühmlichen Zwischenfall in die Nachrichten geschafft. Der Roboter kollidierte mit der Absaugglocke, woraufhin diese für zehn Stunden außer Betrieb genommen werden musste.

"Tollster Job der Welt"

"Menschen können in dieser Tiefe einfach nicht arbeiten", sagt ein Sprecher des Ölkonzerns BP, Mark Salt. Daher sei der Einsatz der Roboter immens wichtig. Die Piloten bleiben an der Oberfläche und steuern die Unterwasser-Vehikel über eine Art Nabelschnur aus Glasfaserkabeln und Elektroleitungen. Dabei sitzen sie in bequemen Stühlen mit einem Joystick auf jeder Armlehne - der linke steuert den Roboterarm, der rechte die Bewegung des Fahrzeugs. "Das ist der tollste Job der Welt", sagt Jeffrey Harris, der für die Firma Oceaneering Internationals einen der Roboter dirigiert. Das Unternehmen stellt alleine 14 Roboter für die Bekämpfung des Öllecks. Das im Golf am häufigsten eingesetzte Robotermodell heißt "Millennium". Es ist dreieinhalb Meter lang, wiegt 3,6 Tonnen, sieht aus wie eine große Kiste und hat menschenähnliche Arme, deren Handgelenk sich wie bei einer Bohrmaschine endlos drehen lässt. "Er ist ein Bauarbeiter, aber er kann deutlich mehr", sagt Harris.

In 5.500 Metern Tiefe

Nur dank dieser hoch entwickelten Geräte ist die Erdölindustrie in der Lage, mehrere hundert Meter unter der Wasseroberfläche Öl und Gas zu fördern. Die Roboter können selbst in 5.500 Metern Tiefe pausenlos arbeiten, solange nichts kaputt geht. Für Menschen ist bei maximal 300 Metern Schluss. Seit den 80er Jahren werden Roboter bei Ölbohrungen auf See eingesetzt, wie Andrew Bowen vom Meereskundeinstitut WHOI in Woods Hole sagt. Die Technologie wurde ursprünglich vom US-Verteidigungsministerium entwickelt, um gesunkene sowjetische U-Boote zu untersuchen. Eine so konzentrierte Ansammlung von Tauchrobotern wie derzeit im Golf, habe er in seinen 30 Jahren in dieser Branche noch nicht gesehen, sagt Bowen. Die Roboter erledigen alle anfallenden Arbeiten: Sie verlegen Schläuche und Rohre, stecken sie zusammen oder schließen neue Absaugvorrichtungen an.

Ölkatastrophe überwachen

Bowen und andere Wissenschaftler nutzen Tauchroboter aber auch, um die Folgen der Ölkatastrophe zu beobachten. Sie überwachen damit, wie sich das Öl ausbreitet, untersuchen die Auswirkungen aufs Ökosystem und beobachten die unterseeischen Schwaden aufgelösten Öls. Für die Zukunft gelte es, die Roboter noch weiter zu entwickeln, sagt Bowen. "Wir brauchen eine ganze Reihe neuer Technologien, um besser reagieren zu können für den Fall, dass wir wieder einmal vor einer Situation wie dieser stehen sollten." (APA/apn)

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    Ölpest soll mit Hilfe von Roboter eingedämmt werden

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