Wiener Börse: Wenig Bewegung erwartet

25. Juni 2010, 14:41
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Christoph Schultes

Nach einem vielversprechenden Wochenbeginn folgte Schonkost, und so verlor der ATX auf Wochensicht 1%. Gesucht waren in dieser Woche neben konservativen Werten wie der Österreichischen Post (+4,5%), Flughafen Wien (+3,3%) und Telekom Austria (+2,5%) auch unsere Kaufempfehlung Semperit, die 3,5% zulegen konnte. Dass der ATX trotz einer Mehrzahl an Unternehmen mit positiver  Performance Kursverluste hinnehmen musste, lag vor allem an den Schwergewichten Erste Group und OMV, die 3,7% bzw. 3,5% nachgaben. Unter den Verlierern befand sich nach den Zugewinnen der letzten Woche dieses Mal die EVN, die nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung 3,3% verlor. Neben den neuen Aktien wird auch der Anteil des zweitgrößten Aktionärs, der deutschen EnBW (rund 36%) auf den Markt kommen. Die Suche nach Investoren hat laut Zeitungsbericht bereits begonnen. Wir dürfen gespannt sein.

Unternehmensneuigkeiten waren in dieser Woche Mangelware. Für Schlagzeilen sorgte die CA Immo mit dem Kauf von Europolis, der Immobilientochter der Volksbank. Wir stehen dem Deal prinzipiell positiv gegenüber. Der Möbelhersteller Bene präsentierte Zahlen für das erste Quartal, die neben einem Umsatzrückgang von 22% auch eine Ausweitung der Verluste mit sich brachten. Das operative Ergebnis verschlechterte sich auf EUR -3,1 Mio. Dividende wurde in dieser Woche auch gezahlt, und zwar von der Strabag (EUR 0,5 pro Aktie).

In der nächsten Woche erwarten wir Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr von Zumtobel, die nach den vorgenommenen Firmenwertabschreibungen wohl eher dürftig ausfallen werden. Ansonsten wird sich auch in den kommenden Tagen nicht viel tun. Von der Bewertung ist alles beim Alten. Das aktuelle Forward KGV beträgt 10x, liegt damit weiterhin deutlich unter dem historischen Schnitt von 12,7x. Wie bereits in der letzten Woche an dieser Stelle erwähnt, besitzt der ATX auch im Vergleich zu anderen europäischen Indizes ein gewisses Aufholpotenzial, was zur fundamental günstigen Bewertung noch dazukommt. Aber aktuell gibt es ohnehin wichtigere Dinge, und so gilt die volle Konzentration weiterhin der Fußball WM.

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