Klotzen statt Kleckern

Dubaier Flughafen soll alle Rekorde brechen

25. Juni 2010 14:31

Der Wüstenstaat will das Zentrum der Welt im internationalen Luftverkehr werden und lässt sich das stolze 26 Milliarden kosten

Dubai - Nicht kleckern, sondern klotzen heißt die Devise in Dubai, dem Emirat der Superlative: Nach dem höchsten Gebäude der Welt soll nun ein neuer Flughafen alle Rekorde brechen. Am Sonntag wird der Dubai World Central-Al Maktoum International eingeweiht.

Zwar wird der Großflughafen am 27. Juni zunächst nur für den Frachtbetrieb geöffnet - Passagiere werden am neuen Airport erst ab März 2011 erwartet. Doch mit dem Namen will sich nicht nur Dubais Herrscherfamilie Al Maktoum ein Denkmal setzen, er gibt auch schon mal die Richtung vor. Denn der Wüstenstaat will nicht weniger als das Zentrum der Welt im internationalen Luftverkehr werden.

Wo jetzt noch Kamele grasen, sollen bis 2030 fünf Start- und Landebahnen entstehen, zwölf Mio. Tonnen Fracht jährlich abgewickelt und vier Terminals mit einer Kapazität von mehr als 160 Millionen Passagieren gebaut werden. Das ist mehr, als bisher in Chicago und London, der Nummer zwei und drei weltweit, zusammengenommen abgewickelt werden. Atlanta, die jetzige Nummer eins unter den Passagierflughäfen, hat 2008 90 Millionen Passagiere abgefertigt.

Groß denken, groß handeln

Groß denken, groß handeln - das hat seinen Preis. Stolze 26 Mrd. Euro dürfte das Gesamtprojekt kosten, eher sogar noch mehr. Es werde überhaupt kein Gedanke daran verschwendet, kleinere Maßstäbe anzulegen, gab sich Paul Griffiths, Chef der Betreibergesellschaft Dubai Airports, diese Woche selbstsicher. Die Welt könne sich ganz beruhigt zurücklehnen und beobachten, wie Dubai die Spitzenposition als weltwichtigster Verkehrsknotenpunkt übernehme. Regional gesehen hat Dubai als einer von sieben Stadtstaaten der Vereinigten Arabischen Emirate bereits die Führungsrolle als See- und Flughafen inne.

Ob das ehrgeizige Projekt Al Maktoum Erfolg hat oder wie zahlreiche Villen im Wüstenemirat unvollendet bleibt, wird die Zeit zeigen. Denn Al Maktoum war schon geplant, bevor die Weltwirtschaftskrise zuschlug und auch Dubai auf einem Schuldenberg von knapp 82 Mrd. Euro sitzenließ. In der Vergangenheit hat der Wüstenstaat zwar bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, Megaprojekte dieser Größenordnung zu stemmen. Doch bevor sie Geld einbringen, verschlingen sie zunächst einmal gigantische Summen. Kritiker fragen sich, ob Dubais dichtes Netz aus Staatsunternehmen die horrenden Rechnungen noch bezahlen kann.

Emirates fliegen in Gewinnzone

Leuchtende Ausnahme ist die Fluggesellschaft Emirates. Im Gegensatz zu anderen fliegt das Staatsunternehmen weiter Gewinne ein und ist nach wie vor auf Einkaufstour. Erst Anfang Mai orderte die Fluglinie 90 Airbus A 380 und schrieb damit Geschichte. Es war laut Airbus-Verkaufschef John Leahy der größte Auftrag in der zivilen Luftfahrt. Die staatliche Fluggesellschaft will ihr Drehkreuz nur schrittweise vom alten zum neuen Flughafen verlegen. Erst ab 2020 will sie vollständig von Al Maktoum aus operieren.

Momentan ist aber auch nur eine der fünf geplanten Rollbahnen fertig und von den benötigten 26 Mrd. Euro wurden bisher weniger als 670 Mio. Euro investiert. Doch immerhin hat der neue Flughafen bereits seine erste Feuerprobe bestanden. Am vergangenen Sonntag landete ein Boeing 777-Frachter von Emirates auf der nagelneuen Start- und Landebahn. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 42
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nestrus
29.06.2010 11:57
"Dubai World Central-Al Maktoum International"

Hehe, erinnert mich an den Namen "Wien - Europa Mitte" der mal für den neuen Wiener Hauptbahnhof im Gespräch war.
Ziemlich angeberisch, den Airport "World Central" zu nennen...

Erzpiefke
 
28.06.2010 03:20
Ich empfehle einen schrittweisen, bedarfsorientierten Ausbau,

damit dort wirklich ein Flughafen und kein Schuldenberg entsteht.

wieso auch nicht
26.06.2010 17:35

London ist eine Wirtschaftsmetropole. Dubai ein max. 1 Millionen Stadt (wenn man den Personenexodus der letzten zwei Jahre berücksichtigt) auf dem absteigenden Ast.

Viel Glück mit dem Geisterflughafen da unten.

darkblue2
27.06.2010 19:55

wozu glauben Sie kaufte emirates 90 A380!!!! um die einwohner dubais durch die welt zu fliegen??? wohl kaum!! es geht darum dubai zum größten drehkreuz der welt zu machen; emirates ist bereits jetzt eine fluglinie mit einem hohen anteil an connecting passagieren dh diese fliegen nicht nach dubai sondern über das drehkreuz mit emitrates weiter, idr nach asien!! und genau diese strategie soll halt noch kräftig ausgebaut werden! mit emirates nach asien zu fliegen ist ja bereits jetzt immer wieder interessant!

Gerhard Müller
26.06.2010 14:21
Um 26 Mrd Euro

gibts in Wien höchstens eine Startbahn und zwei zusätzliche Skylinks.

Dann wären 2/3 des Geldes aufgebraucht. Allerdings, noch bevor das Ganze überhaupt aufgesperrt wird. Der Rest geht dann in Gutachterverfahren auf.

Der österreichische Weg halt. Qualitätsarbeit, made in Austria.

Chanandelar Bong
27.06.2010 10:22

In Wien gibts auch nicht den Platz dafür. Hier kann man nicht einfach ein paar Quadratkilometer Wüste nehmen und los gehts.

fasziniert
23.07.2010 21:02
In Wien gibt es nicht einmal vernünftig Platz für eine 3. Piste

Denn der Flughafen liegt viel zu nahe an der Siedlungsachse Wien-Mödling. Auch wenn jetzt noch vernünftiger - d.h. über weniger dicht besiedeltes Gebiet geflogen werden könnte, wird dass mit einer 3. Piste um einiges schwieriger, wenn nicht unmöglich.

+DieMeinung+
28.06.2010 07:13
Dafür gibt es in Wien

Eine unfähige, politgesteuerte Freunderlwirtschaft.

wieso auch nicht
26.06.2010 20:21

In Wien gibt's auch keine Arbeitssklaven aus Fernost, denen man unter 5 Dollar pro Tag lohn zahlen kann.

eschi 80
26.06.2010 13:49
jetzt hörts mal aus zu mutmaßen

und beginnts mit nachlesen ;-)

http://www.zeit.de/2010/24/F... -Lufthansa

Netz Werk
26.06.2010 18:10

Ein sehr gutes Beispiel.

Und es liegt nicht mehr fern, dass man in Frankfurt noch für ein Nachtflugverbot kämpfen muss - es gibt dann keine Nachtflüge und keinen Frachverkehr mehr in Deutschland.

Gute Nacht auch, Zehntausende Arbeitsplätze.

Die Linksorientierten haben dann ihren großen Erfolg und dürfen dann aber auch das Heer von Arbeitslosen und die langsam verkommenden Satellitenstädte rund um Ffm großzügig sponsern von Geldern, die ohnehin nicht vorhanden sind.

fasziniert
23.07.2010 21:39
Wenn ein Flughafen Tag und Nacht fliegen lassen möchte, soll er sich ein Flugschneise kaufen

Betroffene vollständig abfinden und dann kann er dort Tag und Nacht dröhnen. Aber den Großteil Wiens und einen guten Teil Niederösterreichs Tag und teilweise auch in der Nacht mit gesundheitsschädlichem Fluglärm zu belästigen verursacht weit höhere Gesundheitskosten, als notwendig.

max meier562
 
26.06.2010 09:32
ich glaube der author sollte mal nachgraben wie der gewinn

zustandekommt. dies ist alles verrechnungsssache. die leute da unten verechnen die investitionen halt anders dann kommt immer ein gewinn raus, ist prestigesache ! ich kann das zwar nicht beweisen aber wie ich die kenne ists mit sicherheit etwas in dieser richtung.

Leo Faltus
26.06.2010 12:19
Ich nehme mal an (auch nur Mutmaßung)...

die zahlen weniger Steuern und den Treibstoff bekommen sie vielleicht auch günstiger. Somit: Mit vollen Hosen ist leicht... Gewinne zu erfliegen.

fasziniert
23.07.2010 21:41
Welche Steuern zahlt der Flugverkehr in Österreich?

Grundsteuer? - Nein
Umsatzsteuer auf Tickets? - Nur für die wenigen Inlandsflüge
Kerosinsteuer -Nein

Club-der-dichten-Toten
27.06.2010 23:52

Warum sollten die in Melbourne zum Beispiel weniger für den Sprit zahlen?

Stephen Ferrando
27.06.2010 12:14

Steuern gibt es in Dubai keine und Treibstoff wird nicht subventioniert, ist jedoch etwas günstiger (10-20%) da es direkt an der Quelle liegt. (Vertrieb, Verwaltung, Transport etc gespart)

Der große Vorteil sind die geringen Personalkosten in Dubai und eigene Flughafen der Emirates in Dubai, wodurch sie Flughafengebühren sparen.

Fillet of Soul
27.06.2010 11:56

hab mal wo (in einem seriösen blatt) gelesen, dass emirates & co den treibstoff sogar über dem marktpreis einkaufen. hat aber vermutlich einen anderen grund und betriebsprüfungen stelle ich mir in vae einfach anders vor als bei uns . ob´s das wort im arabischen überhaupt gibt?

Redwraithvienna
26.06.2010 10:19
lol ...

"ich kann es zwar nicht beweisen aber ich bin mir sicher" ...

max meier562
 
26.06.2010 19:24
lesen sie den beitrag

und posten dann, denn da steht was ganz anderes.

Redwraithvienna
26.06.2010 19:30
Net wirklich ...

Weil die aussage "ich bin mir sicher, aber ich kann es nicht beweisen" irgendwie lächerlich in sich ist ...

ersetzen wir mal fluzghafen bilanzen mit Area 51 alien autopsy "ich bin mir sicher das die USA die alien autopsy in der Area 51 wirklich gemacht haben, aber ich kann es nicht beweisen" ... genau der gleiche dummfug.

Und das die das über (nehmen wir mal an legale) bilanztricks hinbekommen sollte niemanden wundern .... aber dazu muss man noch nicht bescheissen

sonntags-poster
26.06.2010 02:41

schön wäre ein airport so groß wie die gesamten vae, damit der gesamte wüstenboden am persischen golf endlich zugepflastert ist und eine zilliarde tonnen fracht in einem monat abgewickelt wird.

schön wäre, wenn dann in asien ein gegenprojekt startet mit einem tower, der bis in die stratosphäre reicht und den man vom alpha centauri aus sehen kann.

(.Y.)
26.06.2010 02:00
Ich versuche Laender wie die im arabischen Raum zu meiden.

Reisen hat mit Freiheit zu tun. Dubai ist aber mehr ein Gefaengnis.

maxbz
26.06.2010 09:52
Die Länder sind extrem unterschiedlich

In Algerien kann man fast nichts ohne Polizeischutz machen, im angrenzenden Marokko fahren selbst europäische Wohnmobile und Reiseradler frei herum.

Para Dox
26.06.2010 03:12

Marokko Urlaub kann man gleich mit Mietwagen buche und in Ägypten kannst dich in den Städten schon frei bewegen. Gewisse Viertel wird man evt. meiden müssen. In Jordanien kann man sich vermutlich auch frei bewegen (ist allerdings schon sehr lange her, dass ich dort war)

Nur um Missverständnisse zu vermeiden: In Ägypten ist die Bewegungsfreiheit für Touristen (v.a. bei Überlandfahrten) eingeschränkt. Der Grund ist die Angst der Behörden vor Terroranschläge auf Touristen. Vor 20, 25 Jahren konnte man sich im ganzen Land frei bewegen.

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