"Einkommen ist kein Beichtgeheimnis"

25. Juni 2010, 16:51
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Das "Bündnis 8. März" verweist in einer Aktionswoche auf die vertraute Problematik der Lohndifferenzen

Linz  - Im Rahmen einer oberösterreichweiten Aktionswoche der Frauen im "Bündnis 8. März" für mehr Einkommenstransparenz fand auf dem Linzer Taubenmarkt eine Aktion mit einer Riesenzeitung statt. Mit dieser Aktion unter dem Motto "Einkommen ist kein Beichtgeheimnis" wollen die Frauen im "Bündnis 8. März" eine breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Bei einem Pressegespräch informierten sie über ihre Forderungen für mehr Einkommensgerechtigkeit zwischen Frauen und Männern.

"Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" bereits 1979 gesetzlich implementiert

"Das Thema hat auch nach mehr als 30 Jahren nichts von seiner Brisanz verloren. Frauen verdienen praktisch vom ersten Tag ihres Berufslebens an weniger und zwar um bis zu 40 Prozent. Werden alle Faktoren wie Teilzeit, Berufsunterbrechungen usw. mit eingerechnet, bleiben immer noch 18 Proezent Differenz, die statistisch nicht erklärbar sind", so Erika Kirchweger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich. Ein Problem ist auch, dass Frauen ihren "Marktwert" nicht kennen und nicht wissen, oder sich nicht trauen, angemessene Gehaltsforderungen zu stellen. Zu diesem Schluss kommt die "Entgeltexpertin" Edeltraud Ranftl von der Universität Linz, die sich auf Einladung der Frauen im "Bündnis 8. März" bei einem Runden Tisch mit dem Thema auseinandersetzte. "Bereits 1979 wurde gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit im Gleichbehandlungsgesetz niedergeschrieben, die Umsetzung dieses Rechtsanspruches in der Praxis steht heute aber immer noch zur Debatte", kritisiert Sarah Ortner vom ÖH-Frauenreferat. "Früher wurden die Frauen damit abgespeist, sie seien zuwenig gebildet, jetzt heißt es, sie hätten die falschen Berufe gewählt", kritisiert Sonja Ablinger, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Oberösterreich.

Bei den Aktionen im Rahmen der Informationswoche für mehr Einkommenstransparenz, aber auch beim heutigen Pressegespräch wurde immer wieder die Problematik angesprochen, dass bestimmte Berufsbereiche, etwa im Beratungs- und Sozialbereich weiblich "formatiert" sind. Die dafür notwendigen Anforderungen und Qualifikationen, abgesehen von einem formalen Berufsabschluss, wie u.a. Empathie oder Einfühlungsvermögen sind aber nicht einfach weibliche Eigenschaften, sondern klare Anforderungen für das Berufsbild und müssen als solche auch definiert und bewertet werden. (red)

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