Israel will EU-Politiker in den Gazastreifen lassen

25. Juni 2010, 16:28

Westerwelle und Frattini planen Reise - Keine Gespräche mit der Hamas vorgesehen

Die Europäer sollten sich selbst davon überzeugen, dass es im Gazastreifen keine humanitäre Krise gebe, so das Motiv. Außerdem könnten Israel mit dieser Strategie versuchen, den Gazastreifen ganz abzukoppeln.

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In Fortsetzung einer Kehrtwende in seiner Gaza-Politik will Israel es nun anscheinend ausländischen Politikern und Diplomaten ermöglichen, über Israel in den Gazastreifen einzureisen. Laut israelischen Medien hat Außenminister Avigdor Lieberman bei einem Besuch in Rom seinen italienischen Amtskollegen Franco Frattini sogar dazu ermuntert, eine hochkarätige europäische Mission zu organisieren. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle kündigte bereits an, in den Gazastreifen reisen zu wollen.

Demnach sollen die Außenminister von sieben EU-Staaten gemeinsam den Gazastreifen besuchen. Zu Wochenbeginn hatte Israel begonnen, die Wareneinfuhren in das von der radikalislamischen Hamas beherrschte Küstengebiet erheblich zu erweitern. Die Frage der Blockade ist auch mit dem Schicksal von Gilad Schalit verknüpft - der vierte Jahrestag der Verschleppung des damals 19-jährigen Soldaten durch die Hamas war gestern zentral.

Besuch in Sderot

Liebermans Vorstoß soll mit Premier Benjamin Netanjahu koordiniert sein. Erst vor wenigen Tagen hatte der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel verärgert reagiert, als Israel ihm die Einreise in den Gazastreifen verweigerte. Das war seit gut drei Jahren konstante Politik gewesen. So war etwa auch den Außenministern Frankreichs und der Türkei der Wunsch, den Gazastreifen zu besichtigen, nicht erfüllt worden. Im März hatte man für die EU-Außenvertreterin Catherine Ashton allerdings eine Ausnahme gemacht. In allen Fällen ging es nicht um offizielle Besuche bei Funktionären der Hamas, die von der EU ja als Terrorgruppe geächtet wird, sondern um die Inspektion von Projekten und humanitären Einrichtungen. Das Motiv hinter Liebermans Vorschlag soll nun sein, die EU-Politiker sich selbst davon überzeugen zu lassen, dass es im Gaza keine humanitäre Krise gebe. Die Minister würden dabei etwa auch das oft von Raketen beschossene israelische Städtchen Sderot und den Hafen von Aschdod besuchen, wo für den Gazastreifen bestimmte Waren ausgeladen werden.

Kommentatoren sehen aber auch einen Zusammenhang mit einem möglichen israelischen Plan, sich längerfristig völlig vom Gazastreifen "abzukoppeln" , um die Debatte über die Blockade zu beenden. Demnach würde Israel alle Landpassagen schließen und die Strom- und Wasserzufuhr einstellen. Der Gazastreifen müsste sich dann autonom über Ägypten und auf dem Seeweg versorgen. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hatte erst am Mittwoch in einer Rede Israel vor dem Versuch gewarnt, "sich vor der Verantwortung für Gaza zu drücken und sie Ägypten anzuhängen" .

Dreifache Lieferung

 

Vorläufig soll aber der Umfang der Lieferungen über Israel in den kommenden Wochen nach und nach von zuletzt rund 125 auf rund 380 Lastwagenfuhren pro Tag circa verdreifacht werden. Kritisiert wurde die Lockerung der Blockade etwa durch Oppositionschefin Zipi Livni von der liberalen Kadima-Partei. Netanjahu habe mit dieser Entscheidung vor der Hamas "kapituliert" , meinte Livni, "die Hamas gewinnt Legitimität, und Israel verliert sie" .

Livni war die Außenministerin der Regierung Ehud Olmert gewesen, die die Blockade verhängt hatte. Auch Noam Schalit, der Vater des entführten Soldaten, zeigte sich enttäuscht, weil ein Druckmittel für die Befreiung der Geisel verlorengegangen sein: "Diese Blockade war eines der Instrumente, leider ist sie schon zerbröckelt und existiert nicht mehr."

Der Hamas-Überfall auf eine Grenzpatrouille, bei der Schalit verschleppt wurde, löste eine Militäraktion in Gaza aus. Über die Jahre sind Anläufe, ihn im Tausch gegen hunderte palästinensische Gefangene freizubekommen, gescheitert. Human Rights Watch warf der Hamas gestern vor, sie verletze das Kriegsrecht und handle "grausam und unmenschlich" , weil sie seit vier Jahren keinen Kontakt zwischen Schalit und seiner Familie zulasse.

Aktivisten fuhren gestern in Tel Aviv auf Rädern mit Schalit-Postern zu den Botschaften der fünf UN-Vetomächte, um für Schalits "humanitäre Rechte" einzutreten. Am Sonntag wollen Schalits Freunde einen "letzten Marsch" von seinem Heimatort zur Residenz des Premiers starten. (Ben Segenreich aus Tel Aviv/DER STANDARD, Printausgabe, 26.6.2010)

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Dubi Schlau
72
27.6.2010, 18:57
warum es keinen Frieden geben wird?

deshalb: http://www.memri.org/clip/en/0... 0/2527.htm

Kellermeister
04
28.6.2010, 15:56
Lesenswerte Doku über die zweifelhaften Machenschaften von 'memri'

http://www.inamo.de/tl_files/... _Fathi.pdf

Gerry Kreisky
46
28.6.2010, 02:34
'memri' wurde von einem israleischen Geheimdienstoffizier gegründet

und kein einziger westlicher Journalist zitiert aus dieser Propagandakochstube !

Dani B.
42
28.6.2010, 15:28

memri ist eine anregende infopage. und du musst schon für jeden einzelfall ein gegenargument bringen, sonst machst du es dir doch reichlich einfach, aber komplizierter geht's bei dir wohl nicht.

Dubi Schlau
71
28.6.2010, 10:37

Also Memri kann sonst von wem gegründet worden sein, die Aufnahme stammt aus dem Libanesischen Fernsehen. Sie können es ja auch dort gern anschauen.

Und besser Memri, als z.B. Reuters, das Bilder verfälscht und somit mit aller Absicht die Wahrheit verschleiern will.

Efsane
 
26
27.6.2010, 16:15
Was will Israel damit zeigen?? Sieht her, wir haben die Palästinenser massakriert und ihnen alles zerstört!?!

Dani B.
00
28.6.2010, 15:30

vielleicht sollte dein premier erdogan auch mal für etwas mehr transparenz in den irakischen und türkischen kurdengebieten sorgen. oder läuft das unter verrat?

Jimmy_Ringo
33
27.6.2010, 13:16
für die österreichischen Politiker


http://www.youtube.com/watch?v=y... re=related

Dubi Schlau
21
28.6.2010, 10:49
für die österreichischen Politiker

http://www.memritv.org/clip/en/2511.htm

Fridolin der Große
41
27.6.2010, 04:24
Seien wir froh, das Palästinenser

noch nicht auf die Idee gekommen sind israelische Siedlungen mit einer Blockade vom Lebenswichtigen abzuschneiden, um verschleppte/verhaftete Palästinenser freipressen zu wollen.

Weil das wäre ja Terror!

Starwolf90
12
27.6.2010, 11:36

Seltsam das man noch nie von einem verhungerten Palästinenser gehört hat

diamant
12
27.6.2010, 10:51
Wie sollten sie das auch tun?

Man muss mal seine eigenen Moeglichkeiten kennen um diese effektiv zu gebrauchen!

In Gaza gibts uebrigens keine israelischen Siedlungen....

Gustav Albrecht
00
27.6.2010, 11:55
richtig wäre...

es gibt KEINE Siedlungen mehr ... bis 2005 gab es doch einige, die in diesem Ghetto ziemlich viel Platz beanspruchten und dadurch die Stimmung noch mehr aufheizten...

diamant
12
27.6.2010, 13:08
Ja, und?

Argentinien war einst Spanisch....
Sind die Argentinier jetzt noch immer boese?

Starwolf90
01
27.6.2010, 11:38

Es wurden sogar israelische Siedler und Soldaten von Gaza geräumt um Frieden zu bringen.

Adir Arnon
33
26.6.2010, 15:59
Faymann und Lieberman auf veröffentlichtem Foto

Jedes andere europäische Regierungsmitglied hat es seit Amtsantritt Liebrman's penibelst vermieden, sich mit Lieberman ablichten zu lassen.
Ausgerechnet Faymann muss sich so einen Fauxpas leisten !

Eddi der Große
02
26.6.2010, 14:13

Kritisiert wurde die Lockerung der Blockade etwa durch Oppositionschefin Zipi Livni von der liberalen Kadima-Partei.

Da glauben immer noch viele hier, Livni wäre eine bessere Ministerpräsidentin als Netanyahu.

Michel de Nostredame
810
26.6.2010, 08:39
Grundsätzlich sollte ein Bundeskanzler einem Kriminellen nicht die Hand schütteln

... shame on you Mr. Faymann!

setarkos
16
26.6.2010, 08:04
Jetzt haben die Ägypter

aber ordentlich die Hosen voll bei dem Gedanken, Israel könnte den Gaza-Streifen an Ägypten abtreten und sie wären dann in der wenig beneidenswerten Situation sich mit der radikal-islamischen Hamas, zu der sie ja bekanntlich wenig echte Liebe hegen, auseinandersetzen zu müssen. Viel Spaß!

HP Mayer
55
25.6.2010, 23:03
Human Rights Watch kritisiere Hamas,...

... Kriegsrecht zu verletzen ?!?
Wachsen diesen Typen Tomaten auf den Augen, wenn es um die Verletzung der Kriegs- und Menschenrechte seitens Israel geht?
Oder geht's da wirklich nur noch um Propaganda.

Puritsche
 
01
26.6.2010, 02:21

Ein Unrecht wiegt das andere nicht auf.

Solidarität mit den Reichen und ihren Zuhältern!
24
25.6.2010, 23:15

Human Right Watch ist Eigentum von George Soros.
Wurde Anfang der 80er Jahre von Soros gegründet unter dem Namen "Helsinki Watch" und sollte im Auftrag von Soros das Helsinki-Abkommen in Osteuropa überwachen.
Nach 89 hat er es umbenannt.
Im Vorstand von HRW sitzen exklusiv Mitglieder der Aufsichtsräte und Vorstände von Firmen, die Soros gehören.

Empfehle Google:"HRW Soros"

diamant
01
27.6.2010, 10:54
Glauben sie die 'Indie-Medien' aus denen sie

diese 'Infos' haben sind echt 'Indie'.....

Perynt
113
25.6.2010, 19:25
Das ist ein kluger diplomatischer und menschlicher Zug von Israel!

Israel kann machen, was es will, anscheinend gibt es immer irgendwelche Nörgler, die auch an jeder noch so großzügigen, selbstlosen und warmen humanitären Geste Israels etwas zu meckern haben.

Auch wenn es die Kritiker nicht wahrhaben wollen, aber nirgends auf der Welt lebt der Araber bequemer, friedlicher, wohlhabender und unbesorgter wie im Gaza Streifen.

Israel macht alles, was es kann um das, übrigens von der Hamas verschuldete Leid der Gaza-Bürger zu mildern und der Welt zu zeigen, wie schön es sich im Gaza lebt. Zum Empfang der Politiker aus aller Welt wird übrigens ein Palästinenser-Orchester gebildet, welches unter den wachsamen Augen der isr. Friedensarmee für die Gäste schöne Stücke aus dem klassischen Repertoire spielen wird.

d_parker
01
27.6.2010, 21:30
Nein, wie originell, Sie sind ja auch nur ungefähr der hundertste poster, der sich entblödet, den Gazastreifen mit einem KZ oder dem Warschauer Ghetto zu vergleichen...

Sie spielen wohl auf Theresienstadt an?

"Tatsächlich ist der Antisemitismus, der auf die Vernichtung der Juden zielte, von einem Judenhass abgelöst worden, der seine eigene Entlastung sucht. Deswegen phantasieren seine Träger mit Hingabe darüber, dass die Israelis den Palästinensern das antun, was die Nazis den Juden angetan haben; dass es heute in Gaza so zugeht wie früher im Warschauer Ghetto. Und nennen solche Halluzinationen „Israelkritik“. Aber die so genannte Israelkritik hat wenig mit den Zuständen in Palästina und sehr viel mit den Bedürfnissen der Israelkritiker zu tun, die unter der Last der eigenen Geschichte ächzen."

http://www.welt.de/debatte/a... hasst.html

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