ESS-KIMO hilft Frauen mit Essstörungen

25. Juni 2010, 10:06
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Anonym und einfach bietet ESS-KIMO Hilfe für Frauen mit Essstörungen. Das online-Programm, das Psychologen der Ruhr-Universität entwickelt haben, richtet sich an Frauen mit Anorexie oder Bulimie. Sie sind oft zwischen den negativen Aspekten ihrer Erkrankung - wie z.B. Osteoporose und Depressionen - und dem vermeintlichen Nutzen wie dem Dünnsein und dem Kontrollgefühl hin- und hergerissen und suchen deshalb keine Hilfe.

ESS-KIMO gibt in sechs Online-Sitzungen vor allem Klärungshilfe durch die Auseinandersetzung mit diesen Aspekten. Die RUB-Forscher starten jetzt eine Studie, die den Effekt der Internet-gestützten Intervention untersucht und der Weiterentwicklung von Hilfsangeboten dient. Teilnehmerinnen zwischen 18 und 45 Jahren, die an Anorexie oder Bulimie leiden, können ab sofort teilnehmen: http://www.ess-kimo.ruhr-uni-bochum.de

Anonym und ohne Wartezeit

Weil das Verhältnis zur eigenen Erkrankung so ambivalent ist, suchen Frauen mit Essstörungen selten selbst Hilfe. Typisch für Anorexie-Patientinnen ist die Verleugnung der Krankheit. Als zusätzliche Hemmschwelle kommt hinzu, dass Essstörungen oftmals stigmatisiert sind und sich die Betroffenen aufgrund ihrer Erkrankung schämen. Ein Online-Angebot ist gerade deswegen attraktiv, weil es anonyme Hilfe bietet, die, anders als die klassische Psychotherapie, sofort zur Verfügung steht. Auf einen Therapieplatz muss man je nach Region zwischen drei und zwölf Monate warten. Das Internet steht dem Statistischen Bundesamt zufolge rund 90 Prozent aller Deutschen zwischen 19 und 39 Jahren zur Verfügung.

ESS-KIMO ist keine Psychotherapie, kann aber vorher hilfreich sein und bei der Klärung der eigenen Wünsche helfen: Die Teilnehmerinnen werden sich klarer über die Folgen ihres Essverhaltens und die Einstellung zu ihrem Körper. Das Programm bietet auch Informationen und Übungen zu Problemen, die sich auf das Essverhalten beziehen. Es geht z. B. darum, die positiven und negativen Seiten der Essstörung sowie einer Veränderung zu betrachten und abzuwägen.

Effekt der Internet-Intervention

Mit der Studie wollen die RUB-Forscher herausfinden, welchen Effekt eine solche Internet-Intervention hat. Interessentinnen werden im Anschluss an ein Screening und eine diagnostische Sitzung per Zufall einer von zwei Gruppen zugewiesen, deren eine sofort mit dem Programm beginnt, die andere später. Im Anschluss an das Programm bzw. die Wartezeit werden per Fragebogen die Essstörungssymptomatik und das Ausmaß der Änderungsmotivation erfasst. (red)

Weitere Informationen:

Dipl.-Psych. Katrin Hötzel, Dipl.-Psych. Ruth von Brachel & PD Dr. Silja Vocks, Fakultät für Psychologie, AE Klinische Psychologie und Psychotherapie Ruhr-Universität, 44780 Bochum, E-Mail: katrin.hoetzel@rub.de, Ruth.vonBrachel@rub.de, Silja.Vocks@rub.de; http://www.ess-kimo.ruhr-uni-bochum.de

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