Briefbombe in Ministerium tötet Sicherheitschef

25. Juni 2010, 15:15
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Sprengsatz ging wenige Meter vom Büro des Zivilschutzministers hoch - Regierungschef verurteilt "terroristischen Anschlag"

Athen - Anschlag auf eines der am besten gesicherten Gebäude in Griechenland: Bei der Explosion einer als Geschenk getarnten Paketbombe kam im schwer bewachten Zivilschutzministerium im Zentrum Athens ein Beamter ums Leben. Er gehörte zum Personenschutz von Minister Michalis Chryssochoidis, der für Anti-Terror-Einsätze in Griechenland zuständig ist. Vermutlich sollte die Bombe den Minister selbst treffen. Er hielt sich nur wenige Meter entfernt auf, als der Sprengsatz am Donnerstag explodierte.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Attentat. Sicherheitskräfte vermuteten als Täter jedoch linksautonome Aktivisten, die für eine Vielzahl von Anschlägen in den letzten Monaten und Jahren verantwortlich sind. Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou verurteilte die Tat als "Terroranschlag". "Zu einer Zeit, in der unser Land und unser Volk gegen die Wirtschaftskrise kämpfen, wollen feige Mörder unsere Demokratie treffen", sagte Papandreou am Freitag.

Völlig unklar war, wie die Paketbombe in das massiv bewachte Ministerium gelangen konnte. Die mit einer Sprengfalle präparierte Bombe explodierte im siebten Stock des Gebäudes in der Innenstadt, in unmittelbarer Nähe des Ministerbüros. Nach Medienberichten könnte das Paket über die normale Post und an den Sicherheitsschleusen vorbei in das Gebäude gelangt sein. Die Bombe explodierte, als der 50-jährige Personenschützer das Paket öffnen wollte. Die Detonation war so stark, dass sämtliche Fensterscheiben in dem Ministerium zu Bruch gingen. Es erstand erheblicher Sachschaden.

Griechenland wird seit Monaten von Bombenattentaten militanter Linker erschüttert. Die Unruhen hatten begonnen, nachdem ein Polizist im Jahr 2008 am Rande einer Demonstration einen Jugendlichen erschossen hatte. Minister Chryssochoidis hatte den Kampf gegen den Terror und die Athener Stadtguerilla zur wichtigsten Aufgabe gemacht. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Gebäude des Zivilschutzministeriums nach dem Briefbomben-Anschlag.

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