Volksbank: Europolis an CA Immo für 272 Millionen

24. Juni 2010, 21:04
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Zur Abrundung ihres Immobilien-Portfolios erwirbt die CA Immo die Immobilientochter der ÖVAG

Wien - Die Volksbank AG (ÖVAG) hat Donnerstagabend den Verkauf ihrer Immo-Tochter Europolis an die CA Immo um 272 Mio. Euro fixiert. Nicht verkauft wird die Spezialbanktochter Investkredit. Sie wird mit der ÖVAG fusioniert. Weil der angestrebter Totalverkauf der ÖVAG an die Bawag im Mai scheiterte, musste die Bank Sanierungsschritte setzen. Die Partnersuche wird jedoch trotzdem nicht eingestellt.

Bisher galt auch die angeschlagene Investkredit als Kandidatin für einen Verkauf. Nun ist das Gegenteil der Fall. Man führe die beiden Institute "zur weiteren Straffung der Konzernstruktur" zusammen, hieß es in einer Pressemitteilung nach der Aufsichtsratssitzung. Das soll im 1. Halbjahr 2011 über die Bühne gehen.

Der Verkauf der Immobilientochter Europolis und die De-Konsolidierung dieser Gesellschaft aus der ÖVAG-Bilanz soll im Jänner 2011 stattfinden (Closing). Der Verkauf werde einen "leicht positiven" Ergebnisbeitrag zur Konzernbilanz liefern, hieß es.

Der Europolis-Kauf wurde dem Vorstand der CA Immo bereits vor Wochen schmackhaft gemacht. Es sei dies eine sinnvolle Abrundung des bisher vor allem in Deutschland und Österreich liegenden Portfolios der CA Immo. Europolis ist hingegen in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien aktiv. Der vereinbarte Preis legt nahe, dass die ÖVAG einen Teil der Europolis-Verbindlichkeiten von 1,1 Mrd. Euro übernommen hat, die dem aktuellen Wert des Portfolios entsprechen.

"All diese Maßnahmen zielen auch darauf ab, der Republik Österreich ab 2011 vereinbarungsgemäß das Partizipations-kapital zurückzuzahlen und auch zu bedienen," erklärte ÖVAG-Chef Gerald Wenzel. Die Bank werde sich jetzt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Das positive Ergebnis des ersten Quartals zeige, dass sich die ÖVAG-Lage nach dem Milliardenverlust von 2009 deutlich gebessert habe.

Wenzel bestätigte erstmals offiziell, dass Verhandlungen um einen Käufer für die ganze Bank ergebnislos verliefen. Es habe aber "keine zufriedenstellenden Optionen" gegeben, "für alle künftigen interessanten Möglichkeiten bleiben wir offen." Wenzel "genießt für seinen Kurs das volle Vertrauen" , stärkte ÖVAG-Aufsichtsratspräsident Hans Hofinger seinem Generaldirektor den Rücken.

ÖVAG-Vorstand Dieter Tschach verließ die Bank auf eigenen Wunsch mit Wirksamkeit von gestern, Donnerstag. Tschach war erst seit Ausbruch der Finanzkrise im Oktober 2008 Vorstand der ÖVAG und hatte die Verantwortung für das interne Kostensenkungsprogramm.  (cr, APA, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 26.6.2010)

 

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