Hausbesorger: Wiener SPÖ mit "Plan B"

24. Juni 2010, 17:21

Einführung nur in Wiener Gemeindebauten - "Aktuelle Stunde" zu den neuen Hausbesorgern im Wiener Landtag

Die Wiener SPÖ überlegt einen "Plan B" in Sachen Hausmeister: Weil die ÖVP signalisiert hat, einem neuen Bundesgesetz zur Wiedereinführung derselben keinesfalls zustimmen zu wollen, dürfte der "Hausbesorger neu" nun auf Wiener Gemeindebauten beschränkt werden. Dies erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Donnerstag. Die ersten Hausmeister sollen bereits im Herbst bei Wiener Wohnen angestellt werden können.

Die Wiener SPÖ hatte die Frage, ob ein neues Hausbesorgergesetz kommen soll, im Rahmen der Wiener Volksbefragung im Februar diesen Jahres erheben lassen. Damals votierten mehr als 80 Prozent der Bevölkerung dafür, der Bund wurde von der Stadt Wien daraufhin um die Vorlage eines Gesetzesentwurfs ersucht. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) legte diesen vor wenigen Wochen vor, die ÖVP lehnt in strikt ab.

Problematische Aufgaben

Man lasse sich von der Wiener ÖVP-Chefin und Staatssekretärin Christine Marek aber nicht länger auf der Nase herumtanzen, so Ludwig. Sollte sich die ÖVP nicht umstimmen lassen, wolle man den "Wiener Weg" sehr schnell beschreiten, kündigte der Vizebürgermeister an.

Auf Landesebene können einige Angelegenheiten jedoch nicht umgesetzt werden, etwa bestimmte Arbeitszeitenregelungen. Dadurch können Leistungen wie nächtliches Schneeräumen nicht vom Hausmeister übernommen werden, weil damit gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen werden würde. Diese Tätigkeit müsste dann mittels Zusatzvertrag oder von einer zusätzlichen Person verrichtet werden. 

ÖVP sieht "Wahlkampfschmäh"

Problematisch sind auch andere Aufgaben, die nicht an fixe Arbeitszeiten gebunden werden können: "Wenn sich beispielsweise jemand im Lift übergibt oder ein Hundstrümmerl im Stiegenhaus liegt", so Ludwig, der einmal mehr betonte, dass das Prinzip Freiwilligkeit gelte: Die Mieter sollten darüber entscheiden können, ob sie in ihrer Anlage einen Hausbesorger wollen oder nicht.

Die ÖVP kritisierte in der Aktuellen Stunde zum Thema den Entwurf des Bundesgesetzes. Der "Wahlkampfschmäh" habe den "Volksbefragungsschmäh" zur Vorgeschichte, ätzte VP-Mandatar Wolfgang Aigner. Die SPÖ wolle "Privilegienjobs" schaffen, kritisierte er die im Entwurf vorgesehene Möglichkeit einer Nebenbeschäftigung, und fragte: "Wie soll der Hausmeister dann in der betreffenden Anlage anwesend sein?"

Grüne gegen "Blockwart"

Der nicht amtsführende FPÖ-Stadtrat Johann Herzog sprach sich grundsätzlich für Hausbesorger aus, der vorliegende Entwurf könne aber von der FPÖ keine Zustimmung erhalten: "Er ist auf weiten Strecken unklar." Offen seien etwa die Bezahlung und Regelungen die Arbeitszeit betreffend.

"Ja zu einem neuen Hausbesorgergesetz, nein zu Privilegien", fasste der nicht amtsführende Stadtrat David Ellensohn von den Wiener Grünen den Standpunkt seiner Partei zusammen. Hausbesorger seien in Hausgemeinschaften wichtig, da dadurch in Notfällen rasch eine Ansprechperson zur Verfügung stehe. Diese Ansprechperson soll auch kleinere, kostengünstige Reparaturen durchführen können und eine Schnittstelle zur Hausverwaltung darstellen. "Die Hausbesorger sollen aber keine 'SPÖ-Informanten' beziehungsweise Hausinspektoren darstellen, sondern in erster Linie Kontaktperson und soziale Anlaufstelle sein", so Ellensohn. Man wolle keinesfalls einen "Hausinspektor, einen Blockwart, der alle Mieter überwacht". Als positiv bezeichnete Ellensohn die Wahlfreiheit der Bewohner.

Höhere Gehaltsgrenzen beschlossen

Beschlossen wurde vom Wiener Landtag am Donnerstag, dass ab 1. Oktober - und somit unmittelbar vor der Wahl - auch Besserverdienenden der Zutritt zu geförderten Wohnungen gewährt wird. Mit der entsprechenden Gesetzesnovelle wird jene Einkommensgrenze nämlich deutlich angehoben, die den Zugang zu geförderten Gemeinde-, Miet- und Eigentumswohnungen regelt (wir berichteten). Die Grünen stimmten als einzige Partei nicht zu. (map/APA)

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14 Postings
wenn die gemeindebaubewohner

einen hausmeister wollen sollen sie auch einen bekommen, nur bezahlen dürfen sie ihn dann aber auch

Wenn sich

einer beim Heimfahren vom Heurigen im Lift übergibt oder ein rücksichtsloses A....loch die Scheisse von seinem Hund liegen lässt...

Probleme gibts, sind die denn alltäglich in Wiens tollen Gemeindebauten?

Nächtliches Schneeräumen

Warum darf der Angestellte eines Hauses vor ebendiesem NICHT schneeräumen, der Angestellte eines externen Unternehmens aber schon...???

...weil der Eine eine Regelarbeitszeit hat und der Hausbesorger (alt) eine unbezahlte Bereitschaftszeit. Ergo 1 Hausmeister alt = 2 Putzfirmenangestellte - wenn der Tag 16 Stunden hat.

Die Hundstrümmerlstorie geht in die nächste Phase...

... Schneeräumen dürf ma net, mit der Arbeitszeitregelung kommen wir nicht hin, aber extra Stunden soll er als Sozialarbeiter, Mediator und Ansprechperson am besten rund um die Uhr sein, Reperaturen soll er auch noch machen und das für einen scheiß Lohn. Da sieht man wieder wie gut das alte Hausbesorgergesetz all diese Faktoren berücksichtigt hat und wie wenig Politiker von diesem Beruf eigentlich kennen - oder geht es einfach nur darum sich vor der Wienwahl zu profilieren. Übrigens es waren nicht 80 Prozent der Wiener, denn die Wahlbeteiligung war keine 100 Prozent - also richtig rechnen und nicht medial die Leute verschaukeln.

ad Volksbefragung: Wer nicht mitmacht, stimmt zu (ist bei allen politischen Abstimmungen und Wahlen so).

Habe den de-facto Boycott der ÖVP damals schon für kontraproduktiv gehalten. Gescheiter wäre gewesen, klare Abstimmungsempfehlungen abzugeben. So hat man sich aber selbst aus dem Spiel genommen. Nachträgliches Jammern kommt politisch gar nicht gut. Aber was will man von der Wiener ÖVP schon groß? Die Politik allgemein scheint eine personelle Negativauslese zu sein, die Wiener ÖVP ist aber eine ganz besonders negative.

Es hatten mehr als 90% der Wiener wahlbereichtigten Personen zumindest nichts dagegen gehabt.

auch bei wahlen, egal ob NR-/LTwahlen etc. bestimmen immer nur diejenigen, d.daran teilnehmen.

ohne diese umfragen auch nur im geringsten einer wahl gleichzusetzen,aber zu sagen,d.nicht 100% abgestimmt haben ist unfug.
was z.b. für eine NR-wahl gilt gilt sicher auch für 1 umfrage.

warum d.övp so gegen 1 neues hausmeistergesetz wettert u.d.einstellung v.hausmeisterINNEN weiterhin verbieten will ist mir 1 rätsel. genau so 1 rätsel ist warum d.schüssel-regierung d-neueinstellung v.hausmeister per gesetz verboten hat. wer hatte 1 fin.oder and.vorteil v.d.abschaffung d.HM?
hat d.övp angst, d.alles,bes.in gemeindebauten, besser funktioniert?

was hat d.övp dagen, d.d.bewohner selbst bestimmen ob sie 1 hausmeister wollen oder nicht?

Nun, dann soll man schreiben dass sich 80% der Umfrageteilnehmer für ein neues Hausbesorgergesetz ausgesprochen haben, aber bestimmt nicht 80% der Bevölkerung.
Die ÖVP will bestimmt keine Hausbesorger verbieten und hat es auch nie, sie können sogar jetzt einen anstellen. Niemand verbietet Ihnen das. Und es ist günstiger als vorher. Der Landeshauptmann, legt nämlich nicht mehr wie zuvor die Tarife fest und der Kündigungsschutz fiel auch und entspricht nun dem eines normalen Angestellten.
Ein Hausbesorger ist nun eben ein normaler Beruf wie jeder andere auch ohne spezielle Vorrechte.

Falsch

Sie irren sich. Sie können keinen Hausmeister anstellen - das Berufsbild existiert nicht mehr, es gibt dazu keine Rechtsgrundlage.

Dann lebt wohl ein Phantom in unserem Haus
... irgendwie unheimlich das alles

wer schweigt

stimmt zu

schwachsinn

wer schweigt stimmt zu ist einer der größten "blödsinne" die ich jemals gelesen habe.

schweigen bedeutet gar nichts.

man könnte heute sogar eher sagen - und das kann man vielleicht sogar empirisch belegen bei wahlen - wer schweigt ist politikverdrossen und hat mit dem politischen leben abgeschlossen !!!

schwachsinn?

hüten sie sich vor dem tag, an dem politiker ihre aktionen mit der meinung der "schweigenden mehrheit" durchsetzen - die ist nämlich beliebig.

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