Burda-Verlag: Weniger Umsatz, mehr Gewinn

24. Juni 2010, 15:29
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Der deutsche Hubert-Burda-Verlag hat im vergangenen Jahr trotz eines Umsatzeinbruchs mehr Gewinn gemacht. Während Zeitschriften wie "Focus" unter dem Wegfall von Anzeigen litten, laufe das Internetgeschäft prächtig, teilte der Familienkonzern am Donnerstag in München mit.

Der Umsatz fiel im vergangenen Jahr um 9,3 Prozent auf 1,59 Mrd. Euro. Trotzdem hätten alle Sparten einen "vernünftigen" Gewinn "sehr deutlich über dem des Vorjahres" erzielt, sagte der neue Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen dem "Manager-Magazin". Zahlen nannte er nicht, aber dem Magazin zufolge stieg die Umsatzrendite von 8 Prozent auf über 10 Prozent. Nach Konzernangaben wuchs das Ergebnis um ein Drittel.

Wachstumstreiber Internet

Für das laufende Jahr rechnet Kallen mit einem Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent - getragen vor allem vom Wachstumstreiber Internet. Im Stammgeschäft seien weiterhin leicht rückläufige Einnahmen zu erwarten.

Im deutschen Verlagsgeschäft, wo Burda mit Zeitschriften wie "Focus", "Bunte", "Freundin" oder "Playboy" eine führende Rolle spielt, brach der Umsatz im vergangenen Jahr um 81 auf 606 Mio. Euro ein. Dazu trug auch die Einstellung von Blättern wie der Frauenzeitschrift "Amica" bei.

Noch stärker war der Einbruch im Auslands- und im Druckgeschäft. Kräftig gewachsen ist der Umsatz dagegen im Digitalgeschäft - es spülte 379 Mio. Euro in die Kasse. Die Beteiligung am Karriere-Netzwerk Xing, die inzwischen auf 29 Prozent erhöht wurde, könnte weiter aufgestockt werden: "Es ist ein schönes Investment. Es passt gut zu uns", sagte Kallen.

Deutlich reduzieren hingegen will Burda die Internet-Aktivität seiner Verlage. Es sei sinnlos, "hohe Beträge in Produkte zu investieren, die keine Chance haben, jemals Gewinne zu machen", sagte Verlagsvorstand Philipp Welte. Auch im Stammgeschäft kündigte er einen härteren Kurs an: "Wir müssen lernen, dass Zeitschriften nicht für die Ewigkeit gemacht sind", sagte Welte. Die Zahl der Burda-Mitarbeiter sank um rund 500 auf 7.118 zum Jahresende.

Nachfolger von Kallen als Finanzvorstand wird zum 1. Juli der bisherige stellvertretende Ressortchef Holger Eckstein. Seine Berufung war bisher erst für kommendes Jahr geplant gewesen.  (APA)

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