ÖVAG will Staatsgeld ab 2011 tilgen

24. Juni 2010, 19:34
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Die Bank will sich aufs Kern­geschäft konzentrieren und verkauft die Immo-Tochter

Wien - Die Volksbank AG (ÖVAG) hat am Donnerstagabend den Verkauf ihrer Immo-Tochter Europolis an die CA Immo beschlossen. Als Kaufpreis wurden 272 Mio. Euro fixiert. Nicht verkauft wird die Spezialbanktochter Investkredit. Sie wird mit der ÖVAG fusioniert.

Weil ein ursprünglich angestrebter Totalverkauf der ÖVAG als Ganzes nicht zustande kam - Fusionsverhandlungen mit der BAWAG sind im Mai gescheitert - mussten andere Schritte der Umstrukturierung gesetzt werden. Abgeblasen hat die Bank die Suche nach einem Partner aber trotzdem nicht.

Bisher galt für einen Verkauf von Unternehmensteilen auch die Investkredit als Veräußerungskandidat. Nun ist das Gegenteil der Fall.

"Zur weiteren Straffung der Konzernstruktur fassten Vorstand und Aufsichtsrat der ÖVAG am heutigen Tag den grundsätzlichen Beschluss, den Bankbetrieb der ÖVAG und jenen der Investkredit Bank AG zusammenzuführen", hieß es in einer Aussendung der ÖVAG nach dem heutigen Aufsichtsrat. Das soll im 1. Halbjahr 2011 über die Bühne gehen.

Der Verkauf der Immobilientochter Europolis und die De-Konsolidierung dieser Gesellschaft aus der ÖVAG-Bilanz soll im Jänner 2011 statt finden (Closing). Der Verkauf werde einen "leicht positiven" Ergebnisbeitrag zur Konzernbilanz liefern, hieß es.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Die Bank wolle sich jetzt aufs Kerngeschäft konzentrieren. ÖVAG-Chef Gerald Wenzel: "All diese Maßnahmen zielen auch darauf ab, der Republik Österreich ab 2011 vereinbarungsgemäß das Partizipations-Kapital zurückzuzahlen und auch zu bedienen".

Dass sich die ÖVAG-Lage nach dem Milliardenverlust von 2009 deutlich gebessert habe, sei am positiven Erstquartalsergebnis sichtbar, so Wenzel. Er bestätigte erstmals offiziell, dass Verhandlungen um einen Käufer für die ganze Bank ergebnislos verliefen. "Die Evaluierung möglicher strategischer Partnerschaften hat in einem ersten Schritt keine zufrieden stellenden Optionen für uns und unsere Stakeholder gebracht. Für alle künftigen interessanten Möglichkeiten bleiben wir offen."

ÖVAG-Aufsichtsratspräsident Hans Hofinger stärkte Wenzel den Rücken. Er sprach von richtungsweisenden Entscheidungen nach dem Krisenjahr 2009. "Generaldirektor Gerald Wenzel genießt für seinen Kurs das volle Vertrauen."

ÖVAG-Vorstand Dieter Tschach verlässt auf eigenen Wunsch die Bank. Tschach war erst seit Oktober 2008, seit Ausbruch der Finanzkrise, Vorstand der ÖVAG. Er hatte die Verantwortung für das interne Kostensenkungsprogramm und will sich nun nach eigenen Angaben neuen Herausforderungen stellen. Sein Mandat in der ÖVAG hat er per heute (24. Juni) niedergelegt.

Keine Angaben wurden zu ursprünglich erwarteten Kapitalmaßnahmen kommuniziert. (APA)

 

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