Nati und die Rote Furie blasen zur Attacke

24. Juni 2010, 15:21
31 Postings

Hitzfeld freut sich auf unglaublich spannende Partie gegen Honduras - Spanien braucht gegen Chile ein­en Sieg - Xavi:"Hoffentlich keine Feiglinge"

Bloemfontein - General Ottmar Hitzfeld und Spaniens Rote Furie blasen bei der Fußball-WM in Südafrika zur Attacke. Europameister Spanien benötigt beim Finale der Gruppe H gegen Chile am Freitag (20.30 Uhr/ORF und Sky live) einen Sieg zum sicheren Achtelfinaleinzug - Hitzfelds Schweizer müssen zeitgleich gegen Honduras mit zwei Toren Differenz gewinnen, um nicht auf Schützenhilfe angewiesen zu sein.

'Wir haben uns das Achtelfinale als großes Ziel gesetzt, jetzt können wir es in diesem Spiel erreichen. Das ist wie ein Halbfinale in der Champions League', sagte Hitzfeld, der mit Borussia Dortmund und Bayern München die Königsklasse gewonnen hat: 'Das wird eine unglaublich spannende Partie, auch für mich als Trainer. Ich freue mich immer auf solche Spiele, man kann so viel gewinnen.'

Dass die Eidgenossen vor dem 0:1 gegen Chile mit 559 Minuten ohne Gegentor einen WM-Rekord aufgestellt hatten, zählt nicht mehr. Hitzfeld setzt gegen Honduras auf Offensive, damit die Schweiz wie vor vier Jahren in Deutschland die nächste Runde erreicht. 'Wir müssen gewinnen, deshalb müssen wir nach vorne spielen. Wir werden sicher anders auftreten als bisher', verkündete Hitzfeld.

Die Vorfreude trübten indes die endlosen Diskussionen um den Kapitän Alexander Frei. Der ehemalige Dortmunder war in der Schweiz heftig kritisiert worden, weil er seit Wochen kein Wort gesagt hat. Der Tages-Anzeiger bezeichnete den 30-Jährigen als 'Drückeberger', und das Boulevardblatt Blick spekulierte bereits über einen bevorstehenden Rücktritt des Stürmers. Am Donnerstagabend nach dem Abschlusstraining in Bloemfontein wollte sich Frei erstmals seit dem Trainingslager in Crans Montana wieder vor der Presse äußern.

Rücktrittgerüchte um Frei

Hitzfeld stellte sich hinter den Schweizer Rekordtorschützen. 'Er war sehr enttäuscht, dass er sich kurz vor dem Abflug zur WM verletzt hat', sagte der 61-Jährige. Frei habe lediglich gegenüber den Medien geschwiegen, nicht intern: 'Mit uns und dem Team hat er sehr viel geredet und innerhalb der Mannschaft seine Verantwortung wahrgenommen.' Er sei als Kapitän 'das Sprachrohr eines Teams. Er vermittelt zwischen Mannschaft und Trainer.'

Die Spanier wollen mit einem Sieg gegen die Chilenen, denen ein Unentschieden reichen würde, den drohenden WM-K.o. abwenden. Die Iberer hoffen trotz der Tabellensituation auf einen offenen Schlagabtausch. 'Hoffentlich sind sie keine Feiglinge und beteiligen sich am Spiel', sagte Spaniens Nationalspieler Xavi.

Das hat Chile offenbar vor. 'Wir trainieren nicht, um auf Unentschieden zu spielen. Wir werden deshalb auch nichts umstellen und notfalls mit unserer Idee untergehen', kündigte Chiles Torwart und Kapitän Claudio Bravo an.

Die Spanier können im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria auf ihren bis dato einzigen WM-Torschützen David Villa zurückgreifen. Im zweiten Gruppenspiel gegen Honduras, das der Stürmer mit seinem Doppelpack entschieden hatte, hatte Villa seinen Gegenspieler Emilio Izaguirre ins Gesicht geschlagen. Schiedsrichter Yuichi Nishimura (Japan) hatte den Aussetzer nicht bemerkt, die FIFA verzichtete auf eine nachträgliche Sperre.

'Das sind tolle Nachrichten. David ist für uns immens wichtig und macht in entscheidenden Momenten den Unterschied', sagte Mittelfeldspieler Andres Iniesta angesichts der umstrittenen Entscheidung. Somit kann Trainer Vicente Del Bosque aus dem Vollen schöpfen. Denn auch Iniesta meldete sich nach überstandenen Oberschenkelproblemen wieder fit. (SID)

GRUPPE H (3. Runde):

SCHWEIZ - HONDURAS
(20.30 Uhr, Bloemontein, Free-State-Stadion, SR Hector Baldassi/Argentinien):

Schweiz: 1 Bengalio - 2 Lichtsteiner, 5 Von Bergen, 13 Grichting, 17 Ziegler - 7 Barnetta, 6 Huggel, 8 Inler, 16 Fernandes - 10 Nkufo, 9 Frei

Ersatz: 12 Wölfli, 21 Leoni - 22 Eggimann, 3 Magnin, 20 Schwegler, 23 Shaqiri, 14 Padalino, 18 Bunjaku, 19 Derdiyok, 15 Yakin

Es fehlen: Behrami (gesperrt), Senderos (verletzt)

Teamchef: Ottmar Hitzfeld (GER)

Honduras: 18 Valladares - 23 Mendoza, 2 Chavez, 3 Figueroa, 21 Izaguirre - 17 Alvarez, 8 W. Palacios, 22 Guevara, 13 Espinoza - 9 Pavon, 11 Suazo

Ersatz: 1 Canales, 22 Escober - 16 Sabillon, 4 Johnny Palacios, 14 Garcia, 5 Bernardez, 19 Turcios, 7 Nunez, 6 Thomas, 10 Jery Palacios, 15 Martinez, 12 Welcome

Teamchef: Reynaldo Rueda (COL)

CHILE - SPANIEN
(20.30 Uhr, Pretoria, Loftus-Versfeld-Stadion, SR Marco Rodriguez/Mexiko)

Chile: 1 Bravo - 17 Medel, 3 Ponce, 18 Jara - 4 Isla, 20 Millar, 8 Vidal - 7 Sanchez, 10 Valdivia, 15 Beausejour - 9 Suazo

Ersatz: 12 Pinto, 23 Marin - 2 Fuentes, 5 Contreras, 13 Estrada, 19 Fierro, 21 Tello, 11 M. Gonzalez, 16 Orellano, 22 Paredes

Es fehlen: 6 Carmona, 14 M. Fernandez (beide gesperrt)

Teamchef: Marcelo Bielsa (ARG)

Spanien: 1 Casillas - 15 Ramos, 5 Puyol, 3 Pique, 11 Capdevila - 14 Xabi Alonso, 16 Busquets - 6 Iniesta, 8 Xavi, 7 Villa - 9 Torres

Ersatz: 12 Valdes, 23 Reina - 2 Albiol, 4 Marchena, 17 Arbeloa, 10 Fabregas, 20 Martinez, 13 Mata, 18 Pedro, 19 Llorente, 21 Silva, 22 Navas

Teamchef: Vicente Del Bosque

Share if you care.