Grazer SPÖ: Riedler bleibt vorerst Stadtrat

24. Juni 2010, 14:16
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Gespräche wurden in der Früh ohne Ergebnis abgebrochen - Kandidat von neuer Parteichefin hatte im Präsidium keine Mehrheit gefunden

Graz - Eine an und für sich Routineabstimmung in den Gremien der Grazer SPÖ am Mittwochabend wuchs sich über Nacht zu einer Konfrontation zwischen Neo-Parteichefin Elke Edlinger und Kulturstadtrat Wolfgang Riedler aus. Der von Edlinger als Riedler-Nachfolger nominierte Grazer Unternehmensberater Thomas Wychodil erhielt im Parteivorstand nicht die notwendige Mehrheit. Als Edlinger Riedler dennoch zum Rücktritt aufforderte, platzte diesem der Kragen. Eine unter Vermittlung von Landesrätin Bettina Vollath gebildete Diskussionsgruppe von Riedler und Edlinger mit jeweils drei Vertrauten kam bis in die Morgenstunden ebenfalls zu keiner Lösung.

Dem Vernehmen nach sollte der Landtagsabgeordnete Hannes Schwarz Riedler nachfolgen, dieser dafür für die Landtagswahl auf wählbarer Stelle platziert werden, wie zu erfahren war. Die Gespräche wurden dann gegen 2.30 Uhr am Donnerstag in der Früh abgebrochen. Riedler meinte dazu auf Anfrage, er sage nichts zu internen Gesprächen. Nur so viel: Man habe nach Lösungen gesucht und konzentriert und konsensorientiert gearbeitet. Er sei jedenfalls so lange Stadtrat, bis ein anderer vorgeschlagen werde, so Riedler knapp vor der Gemeinderatssitzung am Donnerstagmittag, der letzten vor der Sommerpause. Ob dies bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 23. September - drei Tage vor der steirischen Landtagswahl - sein werde, könne er nicht sagen. Es gebe ja die Möglichkeit einer Sondersitzung.

Verfahrene Situation

SPÖ-Klubchef Karl-Heinz Herper meinte, Vollath habe sich bemüht zu vermitteln. Mit Wychodil habe ein Kandidat etwas abbekommen, das dieser sich nicht verdient habe. Man müsse nun die Bemühungen hinsichtlich der Steiermark-Wahl und SPÖ-Chef LH Franz Voves in den Vordergrund stellen. Stadträtin und SPÖ-Graz-Chefin Edlinger hatte zu der Entwicklung schon am Donnerstagabend gesagt, dass einige sich schwertun würden, demokratische Ergebnisse zu akzeptieren. Sie hatte sich vergangenen Freitag am Stadtparteitag in einer Abstimmung äußerst knapp mit nur sieben Stimmen Vorsprung gegen Riedler durchgesetzt. In der verfahrenen Situation soll es nun Gespräche mit der SPÖ-Landespartei geben. (APA)

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