Grüne streiten weiter: Parteispaltung in Mariahilf

24. Juni 2010 13:19
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    Foto: apa/hans klaus techt

    Die Mariahilfer Spitzenkandidatin Susanne Jerusalem (im Bild mit Vassilakou) räumte ein, dass die Querelen die Chancen auf die Umfärbung des Bezirks schmälern könnten, aber man könne niemand daran hindern, selbst zu kandidieren.

Liste "Echt Grün" tritt bei Wien-Wahl an - Entscheidung für Vassilakou "bedauerlich"

Wien - Nach den jüngsten Konflikten in der Josefstadt, die mit dem Absägen des amtierenden grünen Bezirksvorstehers Heribert Rahdjian geendet hatte, müssen sich die Wiener Grünen rund vier Monate vor der Wahl erneut mit internen Querelen herumschlagen. So hat sich die Bezirksmannschaft in Mariahilf gespalten, womit nun zwei grüne Fraktionen antreten werden. Der sechste Bezirk gilt für die Grünen als Schlüsselbezirk, weshalb die Partei angekündigt hatte, intensiv um Stimmen im derzeit rot regierten Mariahilf kämpfen zu wollen.

Die abgespaltene, acht Personen umfassende Fraktion mit dem Vorsitzenden Manfred Rakousky wird im Herbst unter dem Listennamen "Echt Grün - Die Mariahilfer Alternative" den Grünen im Bezirk Konkurrenz machen. Der Konflikt hat seinen Ursprung in der Wahl der Noch-Gemeinderätin Susanne Jerusalem zur grünen Bezirksvorsteherkandidatin. Die Gruppe rund um Rakousky sah darin einen "Putsch" der Landespartei, wie sie am Donnerstag in einer Aussendung wissen ließ. Grüne Grundwerte seien dadurch verraten worden. Der Neo-"Echt Grün"-Chef war bei der Bezirkslistenerstellung Jerusalems einziger Gegenkandidat um die Nummer 1 gewesen und seiner Rivalin mit 32 zu 12 Stimmen unterlegen.

"Mauer unüberwindbar"

"Es gab bis gestern Verhandlungen mit den Gruppen und dem Landesvorstand über einen Kompromiss", so Rakousky. Die Bezirksgruppe sei vor einem Jahr noch "wunderbar vereint" gewesen. Die Möglichkeit einer Wiedervereinigung in naher Zukunft sieht er derzeit nicht: "Jetzt ist die Mauer so hoch, dass sie für uns unüberwindbar ist." Aber falls ein faires Angebot komme - "jetzt oder nach der Wahl" - könne man durchaus darüber nachdenken.

"Kann es nicht ändern"

"Es ist bedauerlich, dass diese Gruppe die klare demokratische Entscheidung nicht akzeptiert, aber ich kann es nicht ändern", kommentierte Klubobfrau Maria Vassilakou die neuerlichen Reibereien. Die grüne Bezirksgruppe mit Jerusalem als Spitzenkandidatin sei jedenfalls ein stabiles Team. Sie sei nach wie vor guter Dinge, dass man den sechsten Bezirk erobern werde. "Die Bezirke sind ein eigener politischer Mikrokosmos", gab die Wiener Grünen-Chefin zu bedenken. Konflikte am Vorabend einer Wahl seien - auch bei anderen Parteien - keine Seltenheit. Da nun in allen 23 Bezirken die grünen Listen erstellt worden seien, erwarte sie sich nun keine Grabenkämpfe mehr, zeigte sich Vassilakou optimistisch.

Chancen auf Umfärbung werden geschmälert

Die Mariahilfer Spitzenkandidatin Jerusalem räumte ein, dass die Querelen die Chancen auf die Umfärbung des Bezirks schmälern könnten, aber man könne niemand daran hindern, selbst zu kandidieren. Man habe zuletzt über eine neuerliche Listenwahl verhandelt, sei aber zu dem Entschluss gekommen, dass dies aus demokratischen Gründen nicht gehe. Man werde sich jedenfalls im Bezirk voll auf den Wahlkampf konzentrieren.

Erst kürzlich führte die grüne Bezirksgruppe in der Josefstadt ihre Machtkämpfe öffentlich aus - mit der Konsequenz, dass der Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian nicht mehr zum Spitzenkandidaten gewählt wurde. Ihm war es beim Urnengang 2005 gelungen, die traditionell bürgerliche Josefstadt umzufärben. Alexander Spritzendorfer soll nun dafür kämpfen, dass der - abgesehen von Neubau - einzige grüne Bezirk auch weiterhin einen grünen Bezirksvorsteher haben wird. (APA)

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Aktive Arbeitslose
05.08.2010 21:26
Vielfalt gehört zur Demokratie

Der Name "echt grün" ist hoffentlich ironisch gemeint.

Besser zwei engagierte Grüngruppen als eine krampfhafte Einheitsliste wo der Konflikt unter der Obfläche weiter köchelt.

Seltsam, dass selbst die Poster gegen zu viel Vielfalt sein ;-)

StandardLeser2
05.07.2010 16:43
DieGrünen fressen sich selbst

Was früher nur auf Bundessebene zu beobachten war, hat jetzt auch in den Bezirksgruppen Einzug gehalten.

Kuldip K.
 
22.07.2010 16:27
Alle Amphibien brauchen Lebendfutter...

mann
 
01.07.2010 11:17
es ist ein jammer.

so sehr ich demokratische basis-diskussionen schätze und gutheisse, ab einer gewissen verantwortung geht das in unserer heutigen zeit nicht. die durchschnittswähler haben einfach nicht die zeit und energie sich mit den details auseinanderzusetzen. für sie steht unterm strich nur: was? zwei grüne parteien? da wähl' ich keine, wenn die nicht wissen was sie wollen.

den grünen nichtfrontleuten, fehlt "staatsräson", sprich sich hinter die frontleute zu stellen. immer und immer wieder. deswegen verlieren sie auch immer und immer wieder. alles sehr sympathisch - aber leider im letzten ineffizient. so kann man eben nur auf ganz kleiner ebene führen.

den grünen mangelt es an der kunst sich gern führen zu lassen ... warum auch immer ...

selva specht
30.06.2010 00:45
jerusalem wohnt nicht einmal im 6

aber da will sie was werden. warum hat sie in ihrem heimatbezirk nicht kandidiert? weil sie dort niemand will, das ist die antwort. jetzt sich kurzfristig im im 6 anzumelden und ihre freundInnen auch, ist ein hammer!
aber was solls, ich werde sie dort und da nicht wählen die susanne mit ihrer gruppe.

Eliaine
26.06.2010 08:51
Dann eben nicht, liebe Grüne

Für mich ist Renate Kaufmann durchaus eine Option - sie hat ihre Sache bis jetzt sehr gut gemacht.

M Help
27.06.2010 21:35
Ja das sehe ich genau so.

Die Erfahrungen die wir in Mariahilf gemacht haben. rechtfertigen das Vertrauen in sie.

Besser als sie kann es Jerusalem praktisch nicht machen. Im Gegenteil:

Mit den Grünen als "Regierungspartei" ist nur Chaos zu erwarten. Das haben wir im 8. erlebt - dort wurde der grüne Vorsteher von den eigenen Leuten abgesetzt.

Und in erleben wir jetzt in Mariahilf, die 2. Parteispaltung innerhalb von nur 5 Jahren. Das ist etwas, was sich kein/e Wähler/in wünscht.

junjunjun
28.06.2010 01:43
chaotisch

jaja, immer dieses wort im zusammenhang mit den grünen. herr rahdijan hat im 8 als grüner (!) doch gute arbeit geleistet, ohne chaos.

im 7. machen die grünen auch gute arbeit.

selva specht
30.06.2010 00:56
im 7 machen die Grünen gute Arbeit

und da ist der blimlinger am werk. deshalb ist es gut im 7 grün zu wählen. Im 6 und 8 sind die grünen bereits am verglühen. Auf der wiener landesebene schon lange abgebrannt.

junjunjun
26.06.2010 01:12
Wen es interessiert

hier schreibt Frau Jerusalem, was ihre Visionen für Mariahilf sind: http://mariahilf.gruene.at/programm_... sen/63233/

Meine Stimme hat sie.

P Dempsey
27.06.2010 21:53
ja - das zeigt wie Ahunungs- und Konzeptlos Jerusalme ist

Denn wenn sie sich informieren würde, wüsste sie, dass die neue Gedenkstätte für die Synagoge Schmalzofgasse/Loquaiplatz auf Schienen steht. Diese wurde bei der letzten BV-Sitzung mit den Stimmen ihrer beider Parteien (und der aller anderen - einstimmig) beschlossen.

Aber das zeigt eindrucksvoll, dass Frau Jerusalem keine Ahnung hat, was im 6. Bezirks läuft.

M Help
27.06.2010 21:45
War eigentlich ohnehin klar, dass hier die Propaganda der grünen Parteizentrale am Werk ist

Naja - warum sollen sie es nicht probieren dürfen.

Allerdings:
Man merkt die Absicht und ist verstimmt.

junjunjun
28.06.2010 01:46
ähhh

ich gehöre nicht zur grünen parteizentrale. da könnte ich auch mutmaßen, dass du für frau kaufmann hier wahlwerbung machst.

M Help
01.07.2010 20:25
du kannst ohnen jede Evidenz mutmaßen was du willst

auch dass ich für Strache oder die KPÖ Werbung mache.

Was nicht davon ablenken kann, dass du hier völlig unkritisch Jerusalem und die Grüne-Restpartei in Mariahilf bejubelst.

Mit z. B. Argument, dass der Ganslwirt Neu ein "Prestige"-Projekt wäre. Gegen dieses ist die ÖVP im Bezirk, wie gegen alle Sozialprojekte. Wenn das die nun neue grüne Linie in Mariahilf ist, dann die Wahl von Kaufmann tatsächlich alternativlos.

flexible
11.09.2010 23:58

lol.. is zwar schon uralt... aber ich finde es dennoch lustig dass du nach deiner kaufmann bejubelung meinst hier gerechtfertigt andere ob ihrer offengezeigten neigung massregeln zu können.. mMn ein bisserl daneben.. sorry..

free spirit
25.06.2010 22:58
maria hilft in mariahilf nicht

maria hilft überhaupt niemanden, jedenfalls nicht der partei...

maria sollte fähigeren frauen platz machen.

Ar Mutschgerl
25.06.2010 18:20
Hoffentlich wählen Echt Grün ihre Plätze nicht,

sonst streiten Sie sich wieder und spalten sich erneut in "Echt Grün" und "Noch Echter Grün"

P Dempsey
25.06.2010 20:49
Ohne Haslauer fehlt der Spaltpilz

Denn bis dato hat er aller rausgeekelt:

Von 12 Bezirksräten 2005 hat er es bis heute bei 8(!) geschafft. Das ist Rekord.

Ist das "echt grün" oder "noch echter grün"?

north western
25.06.2010 22:01
unglaublich

ich glaube dempsey übertreibt eindeutig. keine handlungsfähige gruppe ließe sich von einer person so lange auf der nase herum tanzen und sieht bei hinausekel-aktionen zu.
spannend finde ich aber das angebot der echt grünen, sich über ein faires angebot nach der wahl zu freuen - klingt extrem nach wendehals. widerlich!!

P Dempsey
25.06.2010 22:17
Übertreibung?

1. Vielleicht ist es eben keine handlungsfähige Gruppe?
2. Bei Hinausekelaktionen zusehen: Wer hinausgeekelt ist, sieht nicht mehr zu - er ist draußen. So geschehen bei den grünen BRen Randall & Fröhlich 2006. Und vorher beim grünen türkischstämmigen BR Dogan.
3. Haslauer ist eben ein Profi-Intrigant. Und solche Können ganz große Gruppen von Menschen - ja ganze Nationen - viele Jahre auf der Nase herumtanzen und sogar in den Untergang führen. Dafür gibt es historische Beispiele sonder Zahl.

C.M.O.T. Dibbler
31.07.2010 21:21

wohl wahr.

P Dempsey
25.06.2010 22:19
Wendehalsigkeit?

Tja - warum sollen die einen moralisch so viel besser sein als die anderen?

M Help
25.06.2010 22:31
ich werde weder die mainstream-grünen, noch die "echgten grünen" noch grün-sozial in Mariahilf wählen

denn allen diesen grünen splittergrüppchen geht es um v.a. um persönliche anti- und sympathien bzw. vorteile.

dass sie eigentlich gewählt wurden um allgemeine anliegen zu vertreten, haben all diese leute offensichtlich vergessen.

da wähle ich lieber Kaufmann und ihre SPÖ. da weiß man wenigstens woran man ist. und die hat ihre sache die letzten jahre eigentlich ziemlich gut gemacht.

4simo
 
25.06.2010 20:46
echt grün

echt gefühlsecht
echter gehts gra nicht mehr
echtz

gumpshrimps1
25.06.2010 17:24
die grüne alternative

hat ihren namen wohl bewusst geändert, als sie gemerkt hat, dass auch in dieser partei die gleichen mechanismen zum tragen kommen wie in den anderen. es ist zwar spekulativ, aber es ist zu befürchten, dass im falle einer regierungsbeteiligung im bund ebenfalls die üblichen prozesse einsetzen und sich die meinung zum postenschacher - zumindest inoffiziell - ändern würde. soll ja schon einmal vorgekommen sein.

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