Niessl ist neuer alter Landeshauptmann

24. Juni 2010, 12:58
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Landeschef tritt seine dritte Amtsperiode an - 31 Ja-Stimmen für gemeinsamen SP-VP-Vorschlag

Hans Niessl (SPÖ) ist bei der konstituierenden Sitzung des Burgenländischen Landtages am Donnerstag in Eisenstadt als Landeshauptmann wiedergewählt worden. Die Wahl Niessls, der damit seine dritte Amtsperiode antritt, erfolgte ebenso wie jene von Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) und den übrigen Regierungsmitgliedern aufgrund eines gemeinsamen Vorschlages von SPÖ und ÖVP. Beide Parteien hatten sich Anfang der Woche auf ein Arbeitsübereinkommen geeinigt. Die Opposition verweigerte der Regierung die Zustimmung.

Der Wahlvorschlag erhielt 31 Stimmen (SPÖ 18, ÖVP 13), fünf Abgeordnete stimmten dagegen. Freiheitliche (3 Abgeordnete) und Grüne (1) hatten bereits angekündigt, Niessl nicht zu wählen. Die Liste Burgenland (1) hatte ihre Entscheidung vom Inhalt des rot-schwarzen Arbeitsübereinkommens abhängig gemacht.

Zu Landesräten gewählt wurden die schon bisher amtierenden Regierungsmitglieder Helmut Bieler, Verena Dunst und Peter Rezar (alle SPÖ) sowie Werner Falb-Meixner und Michaela Resetar (beide ÖVP).

"Neuer Stil" in nächsten fünf Jahren

Es sei ihm "eine große Ehre und Freude", dass er zum dritten Mal zum Landeshauptmann gewählt wurde, sagte Niessl nach seiner Angelobung auf die Landesverfassung. Das Burgenland stehe vor großen Herausforderungen, es sei eine gute Voraussetzung, die Regierungsarbeit auf eine gemeinsame Plattform zu stellen. Um fünf Jahre zusammenarbeiten zu können, brauche es ein gutes Fundament. Dieses zu schaffen, sei bei den Gesprächen in den vergangenen Wochen gelungen. Im Regierungsübereinkommen habe man "das Burgenland vor das Trennende gestellt."

Nach der Wahl habe man sich vorgenommen, für die nächsten fünf Jahre einen "neuen Stil" und neue Wege in der Regierungs- und Landtagsarbeit zu finden, so Landeshauptmannstellvertreter Steindl. Es sei wichtig, dass die beiden Großparteien "an einem Strang ziehen". Das habe auch der gemeinsame Wahlvorschlag gezeigt. Der Landtag sei "bunter" geworden, im Vordergrund der Landtagsarbeit solle der Konsens stehen. Es werde jedoch "garantiert kein Kuschelkurs werden", sondern eine sachliche Zusammenarbeit.

Einen gemeinsamen Wahlvorschlag für die Mitglieder der Landesregierung hatte es zuletzt 1996 gegeben. Artikel 53 des Landes-Verfassungsgesetzes sieht die Möglichkeit vor, über den Landeshauptmann, den Landeshauptmannstellvertreter und alle übrigen Regierungsmitglieder gemeinsam abzustimmen. Die Wahl erfolgt mit einfacher Stimmenmehrheit.

Vorschlagsberechtigt sind jene Parteien, denen aufgrund des Verhältniswahlrechts ein Mandat in der Landesregierung zukommt. Der gemeinsame Vorschlag muss jeweils von mindestens der Hälfte der Abgeordneten der betroffenen Parteien unterstützt sein. (APA)

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    Für die nächsten fünf Jahre kündigt Niessl einen "neuen Stil" an: "Kein Kuschelkurs sondern sachliche Zusammenarbeit"

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