Bauprojekt

Israel will palästinensische Häuser abreißen

24. Juni 2010, 10:57

Palästinenser über Häuserabriss in Jerusalem alarmiert - Abbas appelliert an USA - Unverständnis in Washington

Jerusalem - Neuer diplomatischer Ärger droht Israel wegen eines höchst umstrittenen Bauvorhabens in Ost-Jerusalem, das den Abriss von palästinensischen Häusern vorsieht. Das Projekt des Stadtplanungsausschusses mit der Bezeichnung "Garten des Königs" bezieht sich auf den Bau von rund tausend Wohneinheiten im Stadtteil Silwan (Kfar Shiloah). Dafür sollen 22 Häuser arabischer Palästinenser niedergerissen werden. Aus israelischer Sicht wurden sie "illegal" errichtet, die Palästinenser argumentieren, es sei unmöglich, israelische Baugenehmigungen zu erhalten.

Israel hatte den arabischen Ostteil von Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert und später ohne völkerrechtliche Wirksamkeit annektiert. Die Israelis betrachten ganz Jerusalem als ihre "ewige und unteilbare" Hauptstadt, die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als ihre Hauptstadt. Im März hatte die israelische Regierung die USA vor den Kopf gestoßen, als sie ausgerechnet während eines Besuches von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau von zusätzlichen 1600 Wohnungen für jüdische Siedler im besetzten Westjordanland ankündigte.

Barak kritisiert Bauprojekt: Stadtverwaltung fehle es an "gesundem Menschenverstand"

Verteidigungsminister Ehud Barak hat am Dienstag den neuen Plan außergewöhnlich scharf kritisiert. Der Jerusalemer Stadtverwaltung fehle es offenbar an "gesundem Menschenverstand" und an "Gespür für den richtigen Zeitpunkt", erklärte der Chef der Arbeiterpartei während eines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten. Der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat, Gründer der Partei "Yerushalayim Tatzliyah" ("Jerusalem wird erfolgreich sein"), wies Baraks Kritik zurück. Die Realisierung der Pläne würde einen heruntergekommenen Teil der Stadt aufwerten. Zudem sollten auch Wohnungen für Menschen arabischer Herkunft entstehen.

Im März hatte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu den Bürgermeister ersucht, von den Plänen zunächst Abstand zu nehmen, um mit den betroffenen Palästinensern zu verhandeln. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas forderte die US-Regierung inzwischen auf, unverzüglich einen Verzicht auf das Bauvorhaben zu erwirken. Es dürfte nun zu einer neuerlichen Belastung für den in zwei Wochen geplanten Besuch Netanyahus in Washington werden. Die Visite war bereits wegen des israelischen Militäreinsatzes gegen die Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern verschoben worden. Die Beziehungen zwischen Israel und seiner Schutzmacht USA sind nach wie vor auf einem Tiefpunkt.

US-Außenamtssprecher Crowley: "Genau das, was das Vertrauen untergräbt"

Abbas verurteilte die Genehmigung des Bauvorhabens als weiteres "Hindernis" für den blockierten Friedensprozess. Auch die USA kritisierten die Entscheidung der Jerusalemer Stadtverwaltung. US-Außenamtssprecher Philip Crowley sagte, eine derartige Maßnahme sei "genau das, was nach unserem Dafürhalten das Vertrauen untergräbt", das für die indirekten Gespräche ("proximity talks") erforderlich sei. Die französische Regierung forderte Israel auf, "geeignete Maßnahmen" gegen die erteilte Baugenehmigung zu ergreifen. (APA/Reuters/apn)

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Waldgaenger
11
25.6.2010, 13:17
Erinnerung

erinnert stark an die Besatzungspolitik im annektierten Elsass - Lothringen 1940-1944

G e o r g
10
26.6.2010, 16:37

Israel mit den Nazis zu vergleichen, ist klassischer Antisemitismus. Das ist so deutlich, dass dieses Beispiel in die vorläufige Definition von Antisemitismus der European Union Agency for Fundamental Rights aufgenommen wurde:
http://fra.europa.eu/fraWebsit... -draft.pdf

In Österreich (und Deutschland) erfüllt dieser Vergleich weiters die psychologische Funktion einer Schuldabwehr: Indem die damaligen Opfer (die Jüdinnen und Juden) mit Israel assoziiert werden, und dieses wiederum mit den Nazis, wird das Täter-Opfer-Verhältnis umgedreht. Das nennt sich auch sekundärer Antisemitismus.

Balthasar Rasahtlab
11
27.6.2010, 01:05

Ooookay, gibts denn nun auch eine möglichkeit Kritik an den Staat Israel und dessen Regime auszuüben ohne einen besonderen Titel zu ergattern? Antisemit, sekundärer Antisemit... was soll das Ganze eigendlich?

G e o r g
00
28.6.2010, 22:25

Klar geht das. Nur die, die solche Fragen stellen, schaffen das meist nicht, weli schon die Frage einen gewissen Wahn impliziert.
Was das soll ist auch schnell erklärt: Dinge werden beim Namen genannt. Wer antisemitische Sachen von sich gibt, muss auch aushalten, wenn das so bezeichnet wird.

75534
17
25.6.2010, 10:52
Als 1967 israelische Planierraupen im arabischen Ost-Jerusalems

einen ganzen Stadtteil -das Mughrabi-Viertel- abrissen, blieben den Bewohnern ganze 3 Stunden Zeit, ihre nötigste Habe (sofern man davon dann noch sprechen kann) mitzunehmen.
Ersatzwohnraum wurde selbstverständlich nicht bereit gestellt.
Familien mit Kleinkindern und Großeltern wurden einfach in die Obdachlosigkeit entlassen.
Und da sie ja keine Wohnadresse mehr in Jerusalem hatten, wurde ihnen anschließend das Aufenthaltsrecht für Jerusalem entzogen.

Njörd
12
25.6.2010, 02:19
Faymann hat nicht seine Mithilfe angeboten?

Er stellt keine Abrissbirne zur Verfügung?

erlich
31
24.6.2010, 19:36
... geschehen vor 1 monat in GAZA ...

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachricht... einreissen

Tower Hill
04
25.6.2010, 07:36
Mhmm, der Vergleich würde nur Sinn machen,

wenn die Hamas in Isr. Häuser einreisst.

sebastian strunz
 
10
25.6.2010, 23:51

klar, denn unrecht ist für antisemiten nur dann unrecht, wenn die täter "die juden" sind.

Tower Hill
01
26.6.2010, 12:06
Nicht ganz,

aber wenn Sie genau nachdenken, werden´s draufkommen, was ich meine.

sebastian strunz
 
83
24.6.2010, 20:07

das wird die antisemitischen hetzposter hier auch nicht zur vernunft bringen. wer sich beim nahostkonflikt auskennt ist sowieso auf der seite israels. alle anderen pudeln sich als palifreunde auf...

G e o r g
11
25.6.2010, 14:17

Vor Freunden wie dir muss sich jeder Staat fürchten.

Mostbluzza
32
25.6.2010, 10:03
der rassismus liegt ihnen ja auch fern

pali sagt alles.

Tower Hill
33
25.6.2010, 07:37
Klar, Isr. ist immer im Recht!

Sie können sicherlich auch die Siedlungspolitik vernünftig begründen.

Cyber Motzer
12
24.6.2010, 17:35
Rueckkehr zu den Grenzen

von 1947 ???

A Mann
24
24.6.2010, 17:26

Jerusalem gehört unter UNO-Kontrolle!

sebastian strunz
 
183
24.6.2010, 17:03

aus 22 alten illegalen huetten werden tausende moderne wohnungen. wo ist das problem?

Tower Hill
33
25.6.2010, 06:58
Daß die Wohnungen auf Land gebaut werden,

auf welches ein anderes Volk Anspruch erhebt, das ist das Problem.

Dani B.
31
25.6.2010, 09:24

die ungarn erheben anspruch auf das burgenland. hast du damit ein problem? solltest du nicht, wenn man deiner "logik" folgt.

x aeins
01
25.6.2010, 10:24

guter Vergleich - und die Burgenländer bauen ständig illegale Siedlungen in Ungarn: auch das ist ihr gutes Recht

Tower Hill
02
25.6.2010, 10:07
Mir ist nicht bekannt, daß Österreich das Burgenland

völkerrechtswidrig annektiert hat. Soweit zur Logik.

Dani B.
20
25.6.2010, 11:45

auf das land, von dem du spricht, erheben mehrere völker anspruch. natürlich lässt du nur dein einen anspruch gelten, der andere ist "illegal". mein burgenland vergleich trifft eben schon. ein anspruch alleine sagt gar nichts. das musst noch schlucken.

Tower Hill
12
25.6.2010, 12:02
Nun, Dani, ich spreche von keinem illegalen Anspruch.

Ich spreche von einer völkerrechtswidrigen Annexion, das ist ein riesengroßer Unterschied.

h 90
17
24.6.2010, 17:13

Waere kein Problem wenn man den Bewohnern der 22 alten huetten zb. eine Wohnung gleichen oder besseren standards anbieten wuerde und sie nicht auf die Strasse setzen wuerden.

Andreas Globus
21
25.6.2010, 01:55
wo steht es, dass man die Bewohner auf die Strasse setzt?

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