Unternehmen müssen Social Media erst lernen

24. Juni 2010, 10:38

Im Web 2.0 stecken für Firmen Chancen aber auch Risiken

Das Angebot an Social Media-Plattformen ist groß. Unternehmen, die eine Netzwerkstrategie entwickeln, um das Web 2.0 für ihre Kommunikation zu nutzen, sind nicht selten zunächst überfordert. "Jede Social Media-Plattform hat so ihre Besonderheiten", weiß Markus Dreesen, Berater für crossmediales Arbeiten.

Fehler

Fehler können sich im Umgang mit dem neuen Medium schnell einschleichen. Im Laufe seiner Beratungstätigkeit sind Dreesen schon einige untergekommen: "Der Klassiker ist, ich fange damit an, habe eine riesengroße Strategie und dann passiert eine Woche lang nichts, dann zwei Wochen lang nichts - dann wird der Kunde sich gelangweilt abwenden. Ein weiterer Fehler ist, wenn man sich der Diskussion nicht stellt. Also man schreibt z.B. etwas auf Facebook und es gibt Reaktionen auf die man nicht reagiert. Das macht der Fan zweimal mit und danach heißt es für ihn 'die reden gar nicht mit mir."

Der Kunde wird zum Freund

Web 2.0 ist eine generelle Unternehmensveränderung. "Wenn sich ein Unternehmen darauf einlässt, heißt dies, dass man Sachverhalte kommunizieren muss, die man früher nie kommuniziert hätte. Ganz einfach, weil man das unter Freunden so macht. Man wird transparenter. Man darf aber auch keine Geschichten erzählen, über eine Realität, wie man sie gerne hätte. Wenn jemand zu süßlich, zu aufgesetzt daher kommt, dann wird das sehr schnell als unangenehm empfunden", erklärt Dreesen im pressetext-Interview.

Zielgruppe

"Wenn ich als Unternehmen Social Media nutze, muss ich zunächst gucken, wo ist meine Zielgruppe? Bei älteren muss ich nach anderen Plattformen schauen, als bei jüngeren. Aktuell kommt man an Twitter und Facebook nicht vorbei, weil die einfach explodieren und auch zielgruppenfremd explodieren. Unter den Twitter-Nutzern zum Beispiel findet sich vermehrt die ältere Generation, was mich einfach wundert", so Dreesen.

Zweck

In der Strategie darf zudem die Definition nicht fehlen, was man mit dem Einsatz von Social Media bezwecken möchte: "Will ein Unternehmen seine Zielgruppe unterhalten oder in die Diskussion gehen. Bei Unterhaltung ist Twitter einfach ein perfektes Medium. Auf 140 Zeichen, kann ich mit den richtigen Leuten, Texte knackig darstellen. Bei Diskussionen gehe ich zu Facebook" so Dreesen weiter.

Nachfrage nach Verlinkungen steigt

Multimedia-Agenturen, wie NakedToast, die sich auf Webseiten-Design, Online-Marketing-Lösungen und Flash-Werbemittel spezialisiert haben, beobachten den wachsenden Trend ebenfalls: "Unsere Kunden fragen bei einem Webseiten-Relaunch vermehrt nach Social Media-Verknüpfungen. Wir unterstützen Sie dabei zum Beispiel mit einer Facebookgruppe", erklärt der Geschäftsführer Sami Barasi.

Nutzung

"Das kann sehr erfolgreich sein. Bei einer Pferdewebseite, die wir für einen Kunden erstellt haben, haben wir auch eine Facebookgruppe angelegt. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich rund 1000 Mitglieder angeschlossen, die über die dortigen Informationen dann auch zu der neuen Kundenwebseite gefunden haben", so Barasi. Und auch NakedToast selbst nutzt das Web 2.0: "Wir sind auf Twitter und Facebook aktiv, um unsere aktuellen Projekte bei unseren Freunden und Kunden anzuteasern oder zu Veranstaltungen einzuladen."

Auftritt

Die Werbe- und Kommunikations-Agentur Schiebe Preil Bayer hat ihren Webauftritt sogar gänzlich auf Social Media ausgerichtet. "Wir haben es quasi auf die Spitze getrieben. Unsere eigene Domain gibt es so klassisch nicht mehr, sondern wir stellen alles bei Flickr, bei YoutTube, bei Facebook ein. Pressearbeit und Nachrichtenverbreitung erledigen wir über Twitter. Das ist zusätzlich auch noch sehr pflegeleicht, da man z.B. kein Content Management System braucht, sondern einfach die Ressourcen nutzt, die andere bereitgestellt haben", erläutert Claudio Preil das Prinzip.

Web 2.0 ist nicht mehr zu stoppen

Um Social Media wird man künftig nicht mehr so leicht drumherum kommen. Für Markus Dreesen ist klar: "Jedes Unternehmen muss sich damit beschäftigen, auch wenn beschlossen wird, dem Trend nicht zu folgen, weil, es eine Zielgruppe hat, bei der die reine face-to-face-Kommunikation ausreicht.

Outsider

Aber beschäftigen sollte man sich schon damit. Es gibt Zielgruppen, vor allem die jüngeren, da ist man einfach schon ein Outsider, wenn man nicht auf Social-Media-Plattformen vertreten ist. Es ist für jeden, der irgendwie mit Kunden in Kontakt kommen möchte eigentlich ein Muss. Aber meine Philosophie dabei ist, dass es nicht nur ein Muss ist, sondern zusätzlich so viele neue Möglichkeiten bietet." (pte)

Spartaner13
01
24.6.2010, 11:46
Die Homepage reicht wohl nicht mehr oder?

Viele Unternehmen hatten vor 2 Jahren noch nicht mal eine Homepage. Da haben jetzt viele nachgebessert. Nun brauchen die Firmen auch schon Web 2.0 (Facebook)?

Phu also ich bin froh, wenn eine Firma über eine gute Homepage verfügt. Facebook & Co brauche ich nicht, aber ich werde auch offenbar schon langsam alt ;-)

Nerlub
03
24.6.2010, 12:05
Ich denke...

... du hast völlig recht. Niemand braucht einen Auftritt bei Facebook etc. und ich denke diese ganzen Social Networks sind auch nur ein Phase. Bin davon überzeugt, dass SN's in absehbarer Zeit aussterben werden, weil sich die Leute bewusst werden wieviel Zeit sie verlieren und dass es ihnen einfach nichts gibt Stunden damit zu verbringen nachzusehen was andere gerade so treiben/denken.

Eine Website muss meiner Meinung nach nicht unbedingt den Web 2.0 Standarts entsprechen, es kann ruhig eine reine html seite sein, ohne Datenbank etc. Hauptsache sie sieht halbwegs professionell aus, biete die Informationen die ich brauche und ist überischtlich. Meine Meinung.

Und ich freue mich schon auf den Tag an dem Facebook ausstirbt.

Spartaner13
00
24.6.2010, 12:08

Es ist natürlich für Firmen (vor allem kleine) oft schwierig genug, eine Homepage zu betreiben. Dann auch noch in diesen ganzen Sozial-Plattformen auch noch?

Ärgerlich ist es, wenn eine Firma über keine Homepage verüfgt oder diese so schlecht gemacht ist, dass man keine Infos findet. Aber dies wird schon immer seltener.

Wichtig für Firmen ist, dass man sie über die Suchmaschine findet - zB Elektriker Tulln.

Gerhard G.
00
25.6.2010, 06:53
Web 2.0.....

.....gehört längst zum Alltag und es wird nicht einfach wieder verschwinden im Gegenteil!

Freigeist
00
web 2.0 gehört für jene zum alltag

die es zum alltag machen.

wenn das hilfsmittel zum lebensinhalt wird, läuft im richtigen leben etwas gewaltig schief.

wer im richtigen leben reale freunde hat wird diese wohl kaum alleine sitzen lassen um sich mit virtuellen freunden vor einem computer auszutauschen.

und für unternehmen eignet es sich ohnehin nicht. erinnere mich noch daran, wie alle firmen mit einer website unbedingt ein gästebuch wollten. je mehr einträge umso cooler und interessanter kamen sie sich vor.

doch plötzlich gabs auch kritik, beschwerden, spam, werbung, ... und die gästebücher waren schnell wieder weg.

Spartaner13
00
25.6.2010, 08:03

Web 2.0 hat natürlich positive Seiten - zB Wiki. Aber leider auch negative ...

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