Vorbild für Gaza

Peres erinnerte an Kreiskys Eintreten für Arafat

24. Juni 2010, 09:29

Durch Einbindung sei Palästinenser-Chef entgegenkommender geworden - Ähnliche Entwicklung für die Hamas im Gaza-Streifen wünschenswert

Jerusalem - Der israelische Präsident Shimon Peres hat am Donnerstag bei einem Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) an den früheren österreichischen Regierungschef Bruno Kreisky erinnert. Dieser habe sich seinerzeit in der Sozialischen Internationale für eine Aufnahme von PLO-Chef Yasser Arafat stark gemacht. Letztlich habe dieser Versuch einer Einbindung dazu beigetragen, dass Arafat konzilianter geworden sei, meinte Peres sinngemäß. Eine ähnliche Entwicklung sei auch für die radikal-islamischen Kräfte rund um die Hamas im Gaza-Streifen wünschenswert.

Peres dankte Österreich für seine Haltung im UNO-Sicherheitsrat bei der Verschärfung der Sanktionen gegen Teheran im Atomstreit mit dem Iran. Kein Verständnis zeigte Peres für die sogenannten "Gaza-Hilfsflotten". Sie würden keine Hilfe bringen, im Gegenteil: "Sie wollen neue Konflikte."

Faymann wiederholte die Position Österreichs und der EU, wonach eine Aufhebung der Gaza-Blockade angestrebt werde, ohne dabei die Sicherheitsbedenken Israels (Stichwort Waffenschmuggel) zu vernachlässigen. Die Haltung Österreichs sei als "klares Statement" im UN-Sicherheitsrat zu verstehen gewesen. Weiters unterstrich der Bundeskanzler die Bereitschaft, im Nahost-Konflikt als Vermittler zur Verfügung zu stehen.

Im weiteren Verlauf des Donnerstags wird Faymann im palästinensischen Westjordanland mit Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) und Ministerpräsident Salam Fayyad zusammenkommen. Später stehen wieder in Israel Gespräche mit arabischen Abgeordneten und Holocaust-Überlebenden aus Österreich auf dem Programm. (APA)

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17 Postings
omar chamra
00
26.6.2010, 12:02
Man soll sich doch keine Illusionen über Hamas und HizbAllah machen

schauen Sie sich das an:
http://www.memri.org/clip/en/0... 0/2522.htm

Karl Heiden
20
24.6.2010, 22:11

Peres ist im politischen Israel ziemlich isoliert. Er verdankt die Rolle, die er als Staatspräsident spielen darf, nur der Tatsache, dass er einer der letzten noch Lebenden aus der Generation der seinerzeitigen "Staatsgründer" ist. Seine Meinung ist nicht repräsentativ für die derzeitigen Staatslenker.

Karl Heiden
10
25.6.2010, 16:26

Wird angesichts des "jungen Sozialisten aus Österreich" unterstrichen durch seine nostalgischen Reminiszenzen an die Sozialistische Internationale, in deren Rahmen Kreisky und Brandt seinerzeit angeblich Yassir Arafat "gebändigt" haben und er ähnliches nunmehr mit der Hamas und deren Führern wünschte ...

Warentester
00
24.6.2010, 14:59

Faymann an Kreisky erinnern. Wie gemein...;)

tarte tatin
11
24.6.2010, 12:54
treppenwitz

aha, heute wird also bruno kreisky für seine anerkennung der PLO gelobt! zynischer geht es wohl nicht mehr: als reaktion darauf wurde von den israelis von 1973-82 eine diplomatische "eiszeit" gegen österreich verhängt.

ebenso wie arafat die letzten jahre vor seinem tod gezielt isoliert und desavouiert wurde, um ihn als verhandlungspartner unmöglich erscheinen zu lassen.

und heute ist alles vergessen? bin gespannt, was israel in 20 jahren über seine kritiker von damals sagen wird. hoffen wir, dass es dann einen palästinenserstaat gibt.

Desperate83
20
24.6.2010, 12:09
Kreisky hat das nicht uneigennützig getan

außerdem war ja auch ein "Augenzwinkern" dabei, so wie bei Haider und Gaddafi. Auf der anderen Seite hatte man ja auch für verurteilte Nazis (Reder) oder mordende Terroristen (Carlos) einen ministieriellen Handschlag parat. Und den PKK Führern hat man zwar Exil gewährt aber dann ihre türkischen Mörder unbehelligt zurückfliegen lassen. Neutralität ala Austria war immer opportunistisch-pragmatisch verlogen und inkonsequent, auch und speziell im israelischen Kontext.

Rose Bud
10
24.6.2010, 14:41
Danke für den link

LESEN!!!

Igor Gassner
12
24.6.2010, 10:51
Sehr interessanter Artikel

sollte man unbedingt lesen.

Tower Hill
22
24.6.2010, 09:52
Was jetzt?

Soll Faymann Haniyya nach Wien einladen? Oder al Zahar?

Als Arafat nach Ö kam, oder Gaddafi was das Isr. gar nicht recht.

Stifter
13
24.6.2010, 09:41

Finde ich ja interessant, dass Peres jetzt Bruno Kreisky lobt! Denn damals wurde er von der israelischen Regierung - und auch von der Arbeiterpartei innerhalb der Sozialistischen Internationale - heftig kritisiert und bekämpft!

Karl Heiden
00
24.6.2010, 12:15

Damals tat sich diesbezüglich besonders Golda Meir hervor - und trotzdem hat sich Bruno Kreisky unbeirrbar für die Ausreise der (verfolgten) Juden aus der Sowjetunion nach Israel engagiert ...

F S 3
21
24.6.2010, 20:29
Nun, die "Mater Isreal" hing eher der Realpolitik nach, statt sich in ideologischem Brimborium zu verlieren…

…Deshalb schenkte sie ja auch Idi Amin einen Düsenjet samt Privatpilot - und Kreisky halt bloß Schelte…

Der elegante Herr von nebenan
 
21
24.6.2010, 10:39

Na ja sehr viel hat das Engagement Kreiskys aber nicht bewirkt. Kreiskys Sicht der Dinge waren meiner Ansicht nach sehr blauäugig

Fritz Wintersberger
00
24.6.2010, 13:47
Kreisky

K. war aber kein Weichling und hat die Dinge angesprochen. F. kann ihm nicht einmal das Wasser reichen...

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
24.6.2010, 09:55

Eh logisch.

Aber man darf gscheiter werden - besonders im Nachhinein.

das poppende lottchen
02
24.6.2010, 10:06
gescheiter wird man meistens

nur im nachhinein!

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