Zufriedenheit für Gelingen entscheidend

24. Juni 2010, 08:38
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Trennungsrisiko steigt wenn Frau unzufriedener ist als Mann

Mannheim/Wien - Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paar sich trennt, ist umso größer, je stärker die Lebenszufriedenheit beider Partner voneinander abweicht. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Zentrums Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. "Die Langzeitstudie, die in Deutschland, Großbritannien und Australien durchgeführt wurde, hat auch gezeigt, dass das Trennungsrisiko vor allem dann zunimmt, wenn die Frau unzufriedener ist als der Mann", so Studien Coautor Holger Stichnoth.

"Über einen Zeitraum von fast 25 Jahren hinweg, haben die Befragten jedes Jahr ihre Lebenszufriedenheit auf einer Punkteskala eingetragen. Beurteilt wurden dabei sowohl die allgemeine Zufriedenheit als auch jene der Partnerschaft", erklärt Stichnoth. Allein für Deutschland wurden mehr als 253.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahre befragt, die mit ihrem Partner in einem gemeinsamen Haushalt leben. Berücksichtigt wurden sowohl verheiratete Paare als auch als Paare ohne Trauschein. In einer zehnteiligen Skala mussten die Befragten ihren Zufriedenheitsgrad angeben. Zehn Punkte standen für vollste Zufriedenheit, null Punkte für absolute Unzufriedenheit.

Überraschendes Teilergebnis

"Für alle drei Länder hat sich gezeigt, dass das Trennungsrisiko, gemessen an der Summe der Zufriedenheit des Paares, für Unzufriedenere höher ist als für Zufriedene. Die Zufriedenheit des Paares wurde aus der Summe der beiden Zufriedenheitspunkte ermittelt", erklärt der Ökonom. Die Trennungswahrscheinlichkeit steige, je stärker sich die Partner in ihrer Zufriedenheit unterscheiden. "Das ist kein wirklich überraschendes Ergebnis", führt der Wissenschaftler aus.

Wenn die Zufriedenheit des Mannes bei drei und die der Frau bei fünf Punkten auf der Skala liegt, so erreicht das Paar eine Zufriedenheit von insgesamt acht Punkten. Die Zufriedenheitsdifferenz beider Partner beträgt zwei Punkte. Liegt bei einem zweiten Paar die Zufriedenheit des Mannes bei zwei, die der Frau bei sechs Punkten, erreicht auch das zweite Paar eine Zufriedenheit von insgesamt acht Punkten. "Dennoch liegt beim zweiten Paar die Trennungswahrscheinlichkeit höher als beim ersten Paar, weil die Differenz der Zufriedenheit beider Partner größer ausfällt", kommentiert Stichnoth das überraschende Teilergebnis.

Glückliche Beziehung besteht aus glücklichen Partnern

"Eine glückliche Beziehung ist eine Beziehung, die aus zwei glücklichen Menschen besteht", meint die Trainerin Christiane Deutsch. Wenn die Unterschiede in der Zufriedenheit in einer Partnerschaft besonders groß sind, bedeute das auch, dass beide Partner ihr eigenes Leben und die Beziehung unterschiedlich wahrnehmen. Das führe eventuell zu einer Entfremdung. "Andererseits nehme ich mein Unglück stärker wahr, wenn neben mir mein Partner strahlt und das Leben genießt. Das erhöht den Frust noch weiter."

"Oft lebt der Partner auch Teile von uns aus, die wir selbst unterdrücken. Da wäre es hilfreich, die Spiegelgesetzmethode zu Rate zu ziehen und zu hinterfragen, was das mit mir selbst zu tun hat", meint Deutsch. Letztendlich bleibe es einem nicht erspart, selbst Verantwortung für das eigene Glück zu übernehmen. "Nur wenn ich selbst glücklich und zufrieden bin, habe ich auch etwas zu geben und kann damit zu einer gelungenen Beziehung beitragen", meint die Trainerin abschließend. (pte)

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