Osterverkehr: Viele junge Verkehrs- teilnehmer verunglückt

22. April 2003, 12:54
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20 Tote in der vergangenen Woche - 14 Menschen starben am Osterwochenende - Mit Grafik

20 Menschen sind in der Karwoche bis einschließlich Ostermontag auf österreichischen Straßen tödlich verunglückt. 14 von ihnen allein seit Karfreitag. Diese vorläufige Bilanz gab das Innenministerium bekannt. In der Osterwoche des vergangenen Jahres waren 19 Verkehrsteilnehmer ums Leben gekommen, zwölf davon am Wochenende.

In Niederösterreich starben zehn Menschen

Die weitaus meisten Toten gab es in Niederösterreich. Dort starben insgesamt zehn Menschen, sieben allein seit Karfreitag. In Oberösterreich kamen vier Verkehrsteilnehmer ums Leben, in der Steiermark drei, in Kärnten zwei und im Burgenland einer. In Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien gab es keine tödlichen Unfälle.

Unter den 14 Verkehrstoten des Wochenendes war der Anteil der Zweiradlenker relativ hoch: Vier Motorrad- und ein Moped-Lenker sind innerhalb der vier Tage bei Unfällen ums Leben gekommen. Bei den übrigen neun Opfern handelte es sich um Pkw-Insassen. Die Zahl der Verletzten wird - ebenso wie zum Beispiel jene der Führerschein-Abnahmen - vom Innenministerium nicht erhoben. Bei vier der 13 tödlichen Unfälle war nicht angepasstes Tempo die Ursache, bei drei spielte Alkohol eine Rolle.

Der schwerste Unfall ereignete sich in der Nacht auf Ostersonntag in Ebenfurth im südlichen Niederösterreich. Dort hatte ein 21-Jähriger wegen überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen mit insgesamt fünf jungen Leuten besetzten Kombi verloren, woraufhin sich der Wagen mehrmals überschlug und im Straßengraben landete. Vier Insassen wurden aus dem Fahrzeug geschleudert. Ein 17-Jähriger war sofort tot, ein um ein Jahr älterer Bursch starb im Landeskrankenhaus Graz. Einem Mädchen wurde der Arm abgetrennt.

Viele junge Verkehrsteilnehmer verunglückt

Unter den verunglückten Verkehrsteilnehmern waren überhaupt auffallend viele junge Leute: Ein 24 Jahre alter Motorradfahrer brach sich am Ostermontag in der Oststeiermark bei einem Sturz die Wirbelsäule. In Steyr starb in der Nacht auf Sonntag ein 17-jähriger Mopedlenker, der nach einem Sturz von einem Pkw erfasst worden war.

Opfer eines Führerschein-Neulings wurde bereits am Mittwoch in Hohenems eine 22 Jahre alte Motorradlenkerin. Sie wurde vom Pkw des 19-Jährigen, der links an einer Verkehrsinsel vorbeigefahren war, frontal erfasst und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Im Bezirk Melk landete Sonntag früh ein betrunkener 21-Jähriger mit seinem Auto im Wald, alle fünf Insassen wurden verletzt.

Mit 204 km/h unterwegs

Den sprichwörtlichen jugendlichen Leichtsinn bewies ein 17-jähriger Autolenker aus Niederösterreich am Samstag auf der Westautobahn bei Linz. Er wurde mit Tempo 204 von der Gendarmerie erwischt, nachdem er ausgerechnet eine Zivilstreife überholt hatte - in einem Abschnitt, in dem ein 100-km/h-Beschränkung gilt. Der junge Mann ist den Führerschein, den er noch nicht lange besaß, wieder los.

Laut ÖAMTC entfielen ein Viertel der Verkehrstoten und ein Drittel der Verunglückten auf die Gruppe der bis zu 24-Jährigen. Durch die Einführung der Mehrphasen-Fahrausbildung mit 1. Jänner dieses Jahres sollte es bald eine Reduktion der Unfälle geben, hofft der Autofahrerclub. Der VCÖ plädiert für die Einführung des Punkteführerscheins und der damit verbundenen Möglichkeit, "Wiederholungstätern" Nachschulungen zu verordnen, ehe sie tödliche Unfälle verursachen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit schlägt eine Machbarkeitsstudie vor, die Modelle zur Verfolgung solcher notorischer Verkehrssünder überprüfen soll. (APA)

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