Infineon baut Verluste kräftig aus

22. April 2003, 16:44
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Umsatz hingegen leicht gesteigert - Stellenabbau bei Infineon Österreich kein Thema

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG hat das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einer deutlichen Ausweitung des Verlustes beendet. Der Nettoverlust stieg gegenüber dem Vorjahr von 108 Millionen Euro auf 328 Millionen Euro, teilte das Unternehmen heute, Dienstag, mit. Im ersten Quartal hatte das Minus noch 40 Millionen Euro betragen. Das bedeutet bereits das achte rote Quartal in Folge. Der Umsatz konnte hingegen um 13 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro gesteigert werden. Anaylsten hatten mit rund 1,42 Milliarden Euro gerechnet. Im Halbjahresvergleich zeigte ich ein etwas freundlicheres Bild. Der Nettoverlust nach den ersten sechs Monaten betrug 368 Millionen Euro, nach einem Minus von 439 Millionen Euro im Vorjahr.

Preisreduktion

Der Nettoverlust des abgelaufenen Quartals resultierte vor allem aus dem starken Preisrückgang bei DDR-Speicherchips sowie dem fortgesetzten Preisdruck in den meisten Segmenten, hieß es weiter. Die Steueraufwendungen für das zweite Quartal enthieltenWertberichtigungen auf latente Steuern in der Höhe von 103 Millionen Euro. Darüber hinaus waren im Nettoverlust Sondereffekte in der Höhe von 54 Millionen Euro in Verbindung mit der Abschreibung von Lagerbeständen, einmaligen Lizenzeinnahmen, Restrukturierungskosten und akquisitionsbedingten Aufwendungen enthalten. Ohne diese Sondereffekte lag der Nettoverlust bei 171 Millionen Euro. Das Quartals-EBIT verschlechterte sich von 176 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 223 Millionen Euro. Darin waren Sondereffekte in der Höhe von 82 Millionen Euro enthalten.

Details

Der Gesamtumsatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2003 lag mit 2,93 Milliarden Euro 28 Prozent über dem Gesamtumsatz von 2,28 Milliarden Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das Halbjahres-EBIT konnte, obwohl nach wie vor tiefrot, von minus 735 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 254 Millionen Euro verbessert werden. Beim Ausblick zeigten sich die Münchner verhalten: "Aufgrund der aktuell schwierigen weltweiten Wirtschaftslage und der Unsicherheit über die weitere internationale Entwicklung bleiben Prognosen weiterhin schwierig", so Infineon-Chef Ulrich Schumacher. Im Verlauf der letzten drei Monate habe Infineon eine "positive Nachfrageentwicklung" in den meisten Geschäftssegmenten festgestellt.

Stellenabbau bei Infineon Österreich kein Thema

Bei der Infineon Technology Austria AG ist ein Stellenabbau kein Thema. Dies könne für Villach bzw. Österreich ausgeschlossen werden, hieß es am Dienstag seitens des Konzerns. Österreich sei von Sparplänen des Konzerns nicht betroffen.(APA/pte)

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