RealNetworks übernimmt Listen.com

22. April 2003, 09:34
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Internetpionier will MusicNet weiterhin die Treue halten

Der Internetpionier RealNetworks will den Online-Musikhändler Listen.com schlucken. Wie der Audio- und Videosoftware-Experte in einer Aussendung mitteilte, wird Listen.com spätestens Anfang des dritten Quartals für 36 Millionen Dollar in Bargeld und Aktien an Real gehen. Damit kauft sich das in Seattle ansässige Unternehmen den Listen.com-Service Rhapsody und besitzt nun bereits zwei Online-Musikservices. Real hält knapp 40 Prozent an MusikNet. Das Joint Venture mit AOL Time Warner, EMI, Bertelsmann und seit kurzem auch Sony wird weiterhin die Unterstützung von Real haben, betonte das Unternehmen. Mit dem Kauf von Listen.com soll Real zur Größe in Sachen Online-Musik werden.

Verlockungen

"Die Möglichkeit Listen.coms Rhapsody, den besten Musik-Aboservice, zu unseren Diensten hinzuzufügen, war für uns einfach zu verlockend", so Real-CEO Rob Glaser. Rhapsody habe die harte Nuss im Geschäft mit Online-Musik geknackt. Gemeinsam mit Services wie RealOne fühle sich das Unternehmen der digitalen Herausforderung im Web gewachsen. Der Kauf soll zu 17,3 Millionen Dollar in bar abgewickelt werden. Der Rest wird in Form von 4,1 Millionen Aktien mit einem Wert von rund 19 Mio. Dollar bezahlt. "RealNetworks hat eine Weltklasse-Technologie-Infrastruktur und eine bewiesene Fähigkeit ein großes Publikum mit Entertainment-Content zu erreichen", sagte Listen.com-CEO Sean Ryan zu dem Deal. Rhapsody wird mit seinen laut Listen.com "zehntausenden" Abonnenten den Kundenstock von Real in einem wichtigen Segment verstärken. Real hat rund 900.000 Abonnenten.

Knabbern

Real hatte bereits im Februar einen Minderheitsanteil an Listen.com erworben. Nach dem Abschluss des Deals soll Listen.com 2003 noch Quartalsverluste von bis zu zwei Millionen Dollar schreiben, die ab 2004 sinken sollen. Eine finanzielle Prognose will Real bei der Bilanzpräsentation am 29. April liefern. Die Übernahme lässt nun Zweifel aufkommen, ob Real weiterhin MusicNet unterstützen wird. Zwar betonte das Unternehmen sein fortlaufendes Engagement bei dem Joint Venture, doch schon bisher vermarktete Real den Dienst nicht mit dem selben Enthusiasmus wie den eigenen RealOne SuperPass-Service. Ende Februar ist auch Sony bei MusicNet eingestiegen (pte)

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