Tokioter Nikkei fällt auf 20-Jahres-Tief

22. April 2003, 17:07
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Leitbörse verzeichnet massive Kursrückgänge - Konjunkturflaute und SARS belasten Märkte in Fernost

Tokio - Sorgen über die japanische Wirtschaft und die Folgen der gefährlichen Lungenkrankheit SARS für die Tourismusbranche haben am Dienstag die Märkte in Fernost belastet. Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag kräftig nachgegeben, der Nikkei Index fiel zwischenzeitlich auf ein neues 20-Jahres-Tief.

Die unsichere Konjunkturaussichten in Japan hätten viele Anleger von Investitionen in Aktien zurückgehalten, sagten Händler in Tokio. Sie erklärten die Kursrückgänge auch mit einem relativ schwachen Handel an der Wall Street am Vortag und der abwartenden Haltung vieler Aktienhändler wegen der noch ausstehenden Geschäftszahlen vieler namhafter Unternehmen.

Über 200 Punkte im Minus

Zum Handelsschluss lag der Index für 225 führende Werte bei 7.790,46 Punkten, das war ein Minus von 178,62 Punkten oder 2,24 Prozent. Zuvor war der Nikkei sogar mehr als 200 Punkte im Minus und sackte damit kurzzeitig auf den niedrigsten Wert seit Mitte November 1982. Der breiter angelegte Topix verlor 14,30 Punkte oder 1,78 Prozent auf 787,49 Zähler.

Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte war bis zum Handelsschluss in New York am Ostermontag um 0,1 Prozent auf knapp 8.329 Punkte gefallen, der technologielastige Nasdaq-Index hatte ebenfalls um rund 0,1 Prozent auf 1.424 Punkte nachgegeben.

Tourismus in der Krise

"Die Leute nehmen vor der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zu den Aktien noch immer eine abwartende Haltung ein", kommentierte Tsuyoshi Nomaguchi, Analyst bei Daiwa Securities, den Verlauf in Tokio. Die Börse in Hongkong wurde Händlern zufolge vor allem von Sorgen belastet, SARS werde tiefe Spuren in der Tourismusbranche hinterlassen. Der Hang-Seng-Index fiel im Verlauf um 0,77 Prozent auf 8.513,20 Punkte. China hat die als "Goldene Woche" bekannte Ferienzeit vom 1. bis 7. Mai auf drei Tage zusammen gestrichen. Medienberichten zufolge erhofft sich das Land eine geringere Ausbreitung von SARS, wenn der Reiseverkehr eingeschränkt ist. (APA/dpa/Reuters)

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