Buenos Aires: Straßenschlacht um besetzte Fabrik

22. April 2003, 12:50
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Prekäre Situation wenige Tage vor der Präsidentenwahl - Mindestens 100 Personen festgenommen, rund 20 Verletzte

Buenos Aires - Nur sechs Tage vor der argentinischen Präsidentenwahl hat die Polizei am Montag mit Tränengas und Gummigeschossen eine Demonstranten vor einer bis vor kurzem besetzten Textilfabrik in Buenos Aires aufgelöst. Rund zwanzig Menschen seien verletzt und mindestens etwa 100 Personen festgenommen worden, berichtete das Fernsehen. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.

Ein Polizeisprecher sagte lediglich, die Demonstranten hätten versucht, die erst am vergangenen Freitag geräumte Fabrik "Brukman" erneut zu besetzen. In dem Stadtteil in der Nähe des Zentrums der Millionenstadt wurden Polizeikräfte zusammengezogen. Die Polizei durchkämmte umliegende Häuser nach geflüchteten Demonstranten.

Verstaatlichung des Unternehmens gefordert

Der Kampf um das Unternehmen begann schon vor eineinhalb Jahren. Etwa 60 Arbeiter besetzten im Dezember 2001 die Fabrik, nachdem die Eigentümer Konkurs angemeldet hatten. Die Löhne seien seit Monaten nicht mehr gezahlt worden, meldete die Nachrichtenagentur Telam.

Damals forderten die Arbeiter die Verstaatlichung des Unternehmens und nahmen die Produktion in Selbstverwaltung wieder auf. Im März 2002 wurde die Fabrik erstmals geräumt, aber anschließend wieder besetzt. Im vergangenen November drang die Polizei erneut in das Gebäude ein und nahm sechs Arbeiter fest. Die Eigentümer wollen Medienberichten zufolge die Fabrik wieder selbst übernehmen.(APA/dpa/Reuters/red)

Die ersten Fabriken wurden in Argentinien bereits Ende der 90er Jahre besetzt.

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Buenos Aires Herald

clarin.com

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    Mehr als 100 Menschen wurden bei der Besetzung einer Textifabrik inhaftiert.

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