Jause vom Parkplatz-Kiosk

22. April 2003, 11:44
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Asfinag setzt künftig auf "Schwerpunktparkplätze", wo auch Reiseproviant eingekauft werden kann

Wien - Toilettenanlagen, die eher Brechreiz als Erleichterung versprechen. Baufällige Sitzgelegenheiten, die statt Entspannung vom Fahrstress eingezogene Schiefer bieten. Dunkle Ecken, die Unbehagen erzeugen. All dass soll es zukünftig auf Österreichs Autobahnparkplätzen nicht mehr geben. Verspricht zumindest der Betreiber Asfinag. Statt dessen kommen videoüberwachte Schwerpunktparkplätze, an denen man auch einkaufen kann. Der Prototyp wird demnächst an der Südautobahn eröffnet.

Snack statt Benzin

"Wir haben Studien gemacht um die Wünsche der Autolenker heraus zu finden", berichtet Marc Zimmermann, Pressesprecher der Asfinag. "Dabei haben wir festgestellt, dass das Tanken nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die schnelle Verpflegung", erläutert er. Darauf, so Zimmermann, baue auch das neue Konzept auf.

326 Parkplätze gibt es derzeit entlang der heimischen Fernverbindungen. In den kommenden zehn Jahren sollen drei Viertel davon verschwinden. Angenehmer Nebeneffekt für die Asfinag: Die Kosten für die Betreuung sinken.

Zwischen 80 und 100 so genannter Schwerpunktparkplätze sollen statt dessen entstehen. Die Unterschiede: Die neuen Raststellen werden geräumiger und beleuchtet sein, zusätzlich werden Kioske errichtet, in denen Reisebedarf gekauft werden kann. Die Kiosk-Pächter sollen auch für saubere Toiletten sorgen.

An der Südautobahn zwischen Wöllersdorf und Leobersdorf werden derzeit die Prototypen errichtet. Bis Mitte Mai soll feststehen, wer die privaten Pächter der rund 100 Quadratmeter großen Kioske sind. Sie fungieren dann auch als Testpersonen, ob das Asfinag-Konzept funktioniert.

Keine Konkurrenz

"Viele Mineralölfirmen und auch Private haben schon Interesse gezeigt, wollen aber die Wirtschaftlichkeit abwarten", meint Zimmermann dazu. Er ist jedoch überzeugt, dass der Plan aufgeht und die neuen Verpflegungsstationen Neukunden anziehen werden. Zulasten der gesetzlich vorgeschriebenen Autobahnstationen mit Tankstellen soll die Neuerung nämlich nicht gehen.

Einen weiteren wesentlichen Unterschied soll es zwischen den neuen und derzeitigen Parkplätzen geben. Es wird eine Videoüberwachung installiert werden, die die Sicherheit heben soll. Die Monitore stehen in den Autobahnmeistereien, auch die rund 100 Mitarbeiter der seit Jänner bestehenden Mautaufsicht sollen ein Auge auf die Rastplätze haben. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2003)

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