Spanien stellt sich hinter Damaskus

22. April 2003, 13:57
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Assad und Mubarak fordern Abzug der US-Truppen aus dem Irak

Damaskus - Spanien, Verbündeter der USA im Irakkrieg, hat sich ostentativ hinter Syrien gestellt: Außenministerin Ana Palacio wurde am Montag zu Gesprächen mit dem syrischen Staatspräsidenten Bashar al-Assad nach Damaskus geschickt. Ministerpräsident José María Aznar hatte nach den jüngsten amerikanischen Anschuldigungen betont, Spanien bleibe "der Freund" Syriens. Laut Washington beherbergt Damaskus irakische Regimeangehörige, versteckt irakische Massenvernichtungswaffen und produziert selbst welche.

US-Präsident George W. Bush bat den spanischen Regierungschef, sich dafür einzusetzen, dass Syrien nicht zur Zufluchtsstätte für "unerwünschte Elemente" aus dem Irak werde. Bush sprach am Sonntag jedoch von "positiven Zeichen", dass Syrien mit den USA zusammenarbeiten werde. Es scheine, als sei "die Botschaft verstanden" worden, sagte Bush auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Bei einer Pressekonferenz mit Palacio begrüßte Syriens Außenminister Faruk Shara die Worte Bushs und betonte, Syrien wolle einen "ernsthaften und konstruktiven Dialog" mit Washington.

Appell der Nachbarn

Assad und der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak forderten am Wochenende bei einem Treffen in Damaskus ein Ende der Besatzung des Irak durch die USA und deren Verbündete. Alle Nachbarstaaten des Irak hatten zusammen mit Ägypten und Bahrain bei einem Außenministertreffen am Wochenende in Riad (Saudi-Aarabien) die USA und Großbritannien zum Rückzug aus dem Irak aufgefordert. (AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2003)

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    Außenministerin Ana Palacio in Damaskus

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