Kind, Job, Studium

21. April 2003, 19:02
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SP-Kuntzl im STANDARD-Gespräch: Hilfe für studierende Eltern

Wien - Etwas mehr als ein Zehntel aller Studierenden hat Kinder, und fast alle Betroffenen müssen eine "doppelte Vereinbarungsproblematik" bewältigen - Studium und Kinderpflichten sowie Studium und Berufstätigkeit. Durch die Einführung der Studiengebühren habe sich die Situation dieser Studierendengruppe weiter verschlechtert, kritisiert SP-Familiensprecherin Andrea Kuntzl im STANDARD-Gespräch. Und verweist auf neue Zahlen aus der im Auftrag des Bildungsministeriums erstellten Studierenden-Sozialerhebung 2002.

Der Anteil der Studierenden, die Kinder haben, ist seit 1998 von 11,5 auf 10,8 Prozent gesunken, gleichzeitig ist der Zeitaufwand für Erwerbstätigkeit zur Finanzierung des Lebensunterhalts um mehr als drei Stunden pro Woche auf 19,6 Stunden gestiegen. Das Zeitbudget für das Studium musste leicht eingeschränkt werden. Trotz verstärkter Berufstätigkeit haben studierende Eltern aber nach Abzug der Lebenshaltungskosten von ihrem Gesamtbudget monatlich 53 Euro minus in der Haushaltskasse. Hochgerechnet auf ein Jahr seien das 636 Euro, rechnet Kuntzl vor: "Ohne Studiengebühren würden Studierende mit Kind(ern) mit dem zur Verfügung stehenden Geld gerade auskommen."

Als Unterstützung für Studierende mit Kindern verlangt Kuntzl auch den Ausbau universitärer Kinderbetreuung. Elf Prozent der studierenden Mütter, denen die Studie "überdurchschnittlich hohe Studienmotivation" bescheinigt, können wegen des Betreuungsaufwandes die Uni derzeit gar nicht besuchen. Da sei es, so die SP-Familiensprecherin, "besonders zynisch", dass Gehrer das von ihrem Amtsvorgänger Caspar Einem (SP) initiierte Projekt und die bundesweite Arbeitsgruppe "Kinderbetreuung an Universitäten" eingestellt habe.

Prinzipiell zeigten "diese Studienergebnissen besonders, dass die Studiengebühr an sich abgeschafft gehört", so Kuntzl. Als erster Schritt zur Abschaffung seien Teilzeitstudien mit niedrigeren Gebühren zu etablieren. (nim/DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2003)

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    Andrea Kuntzl: Elf Prozent der studierenden Mütter können wegen des Betreuungsaufwandes die Uni derzeit gar nicht besuchen.

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