Browser Mosaic, Killerapplikation des Web, wird zehn

21. April 2003, 21:00
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Im National Center for Supercomputing Applications wurde vor zehn Jahren Mosaic entwickelt, der erste Internetbrowser, der ein Surfen im World Wide Web nach heutigem Verständnis zuließ.

Wien/Illinois - Der Mann, der maßgeblich an der Entwicklung des Internetbrowsers Mosaic beteiligt war, wird den Feierlichkeiten, die das National Center for Supercomputing Applications (NCSA) an der Universität von Illinois diese Woche hält, fernbleiben.

Marc Andreessen, der damals als 21jähriger Student zusammen mit seinem Kollegen Eric Bina ein Programm entwickelt hatte, das das Betrachten von grafischen Internet-Seiten (nicht aber deren Bearbeitung) zuließ, hat der Institution als Sprecher einen Korb gegeben. Er ist nun Vorsitzender des kalifornischen Softwarehauses Oopsware, das sich mit Automatisation von Datencentern beschäftigt.

Im April 1993 gab es das World Wide Web bereits seit gut 20 Jahren, war jedoch lediglich ein Werkzeug für technisch versierte Studenten und Wissenschafter. Die Multimedia-Eigenschaften von Mosaic, die es erlaubten, Grafiken und Bilder einfach herunterzuladen, machten das Programm aus dem Stand zu einem Renner innerhalb der Internet-Gemeinschaft.

Auch die Hypertextualität, das Weiterwandern von Hyperlink zu Hyperlink aufgrund von Mosaic, machten das Internet zu dem erfolgreichen Medium von heute, schreibt das Magazin Newsweek. Binnen sechs Monaten hatten eine Million User Mosaic heruntergeladen.

Andreessen verließ schon bald darauf den universitären Campus. Er hatte in Jim Clark einen Wagniskapitalgeber gefunden, der das Start-Up-Unternehmen Mosaic finanzierte. Sie mussten ihre Firma aufgrund von Einwänden der NCSA in Netscape umwandeln, den Browser benannten sie Navigator. Bald nach dem Börsengang 1995 - rückblickend wird dies als der Beginn des "Dotcom-Hypes" angesehen - hatte Microsoft seinen Browser Explorer fertig und der "Browser-Krieg" begann, mit dem bekanntem Ausgang der Dominanz des Explorers auf den Desktops.

Vielfalt

Heute gibt es wieder Gründe dafür anzunehmen, dass es zu einer größeren Vielfalt von Browserns kommen wird - und mit der Wirtschaftsmacht, die dahinter steckt, wird sich das NCSA-Symposium diese Woche auch beschäftigen.

Die Entwicklung wird von so genannten "Micro-Browsern" getrieben, Programmen, die für Handys und Handhelds geschrieben werden. Beispiel: Der norwegische Anbieter Opera. Auch im Rahmen der Open Source-Bewegung, bei der der Quellcode der programmierten Software veröffentlicht wird, kommen Browser mit unterschiedlichen Funktionen auf den markt. Beispiel: Apples neuer Browser Safari. 1998 hat Netscape seinen Code freigegeben, um damit Mozilla, einen Open-Source-Browser, weiterzuentwickeln. (ruz)

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    Stöbern im Web wurde durch die Entwicklung von Marc Andreessen möglich.

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