Vermisstensuche mit Wahrsagerei

22. April 2003, 12:52
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"Spurlos": Reportagemagazin ab 2. Mai im ORF - Teils in nachgestellten Szenen, teils in Interviews mit Angehörigen stellt Peter Resetarits die rätselhaften Vorgänge nach

Elektrikermeister Martin Rödl war leicht alkoholisiert, als er am Abend des 3. Dezember 1997 das "Pfiff" in Imst verließ. Der Barbesitzer bemerkte, dass Rödl nicht heimwärts, sondern in die entgegengesetzte Richtung ging. Was dann mit ihm geschah, darüber rätseln seither die Kriminlogen.

"Allein 2001 wurden 3610 Personen als vermisst gemeldet", berichtet Peter Resetarits in der neuen Reportagereihe "Spurlos" (2. Mai, 21.20 Uhr, ORF 2). 481 Menschen blieben verschwunden, ihren Geschichten ist die Sendereihe gewidmet.

Die Vermutungen der Behörden im Fall des verschwundenen Tirolers gehen von Selbstmord bis zum unbeabsichtigtem Sturz in den Inn bis zur Theorie, Rödl habe sich nach Südtirol abgesetzt und führe dort ein besseres Leben.

Teils nachgestellte Szenen, teil Interviews mit Angehörigen

Teils in nachgestellten Szenen, teils in Interviews mit Angehörigen stellt Resetarits die rätselhaften Vorgänge nach. Das Magazin basiert auf Motiven des gleichnamigen Buches von Kurt Tozzer und ORF-Pressesprecher Günther Kallinger und soll viermal im Jahr erscheinen. "Spurlos" arbeitet mit Polizeidienststellen und Interpol zusammen.

Wie zum Beispiel im Fall von Wolfgang Dunkl. Einem Österreicher, der nach Sumatra auf Urlaub fuhr und nicht mehr wiederkehrte, der zweiten Reportage in der ersten Folge von "Spurlos". Die Recherchen dafür führte Resetarits auch vor Ort.

Vermutungen werden angestellt, bisweilen auch etwas strapaziert: Bei Rödl sind es etwa wohl wollende Wahrsagerinnen. Bei Dunkl werden Traumbilder Realität: Letztlich freilich ohne erfreuliche Konsequenzen. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 22.4.2003)

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    Arbeitete mit Interpol: "Spurlos"-Reporter Peter Resetarits

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