Fed zeichnet schwaches Bild der US-Wirtschaft

24. April 2003, 12:36
2 Postings

Konjunkturbericht der US-Notenbank: Irak-Krieg hatte Auswirkungen auf Umsätze und Ausgaben

Washington - Das am Mittwoch veröffentlichte Beige Book der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ein schwaches Bild von der US-Wirtschaft im März und Anfang April gezeichnet. Die US-Verbraucher haben sich nach Angaben der Fed wegen des Irak-Kriegs vorsichtig verhalten. Die wirtschaftliche Aktivität sei in diesem Zeitraum schleppend gewesen. In einigen regionalen Fed-Distrikten ging die wirtschaftliche Aktivität den Umfrageergebnissen zufolge nochmals zurück, wobei die Fed den Einfluss des Irak-Krieges auf Verbrauchervertrauen und Geschäftsklima nicht genauer beziffern konnte.

"Der Beginn des Krieges mit Irak hatte offenbar Auswirkungen auf die Umsätze und die Ausgaben", heißt es. Es sei aber noch zu früh, die Folgen des Krieges auf das Verbrauchervertrauen und das Geschäftsklima vollständig abzuschätzen. Die im Beige Book zusammengefassten Umfrageergebnisse bilden die Grundlage für die Zinsdiskussionen des Offenmarktausschusses (FOMC) der Fed am 5. und 6. Mai.

Schwächere Wirtschaftsaktivität

Eine schwächere Wirtschaftsaktivität verzeichneten dem Beige Book zufolge New York, Philadelphia, Chicago, Minneapolis, und Kansas City. Unverändert war die Lage in Boston, Cleveland, Atlanta, St. Louis, Dallas und San Francisco. Eine Besserung wurde allein im Distrikt Richmond registriert.

Neun der zwölf Regionen berichteten von einer Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe, wovon einzelne Teilbereiche jedoch ausgenommen blieben. Die Unternehmen zeigten weiterhin eine geringe Investitionsneigung, schwach blieb auch der Markt für Geschäftsimmobilien. Dagegen zeigte sich der Markt für Wohnimmobilien unverändert fest. In weiterhin schwacher Verfassung präsentierten sich auch die Arbeitsmärkte, wobei aus einigen Distrikten moderatere Entlassungszahlen und eine leicht gestiegene Nachfrage nach Teilzeitkräften gemeldet wurden.

Schwach war auch die Konsumneigung der Verbraucher, wobei sich die befragten Unternehmen optimistisch über den Ausblick für die Absätze in den nächsten sechs Monaten äußerten und keine Beunruhigung über ihre Lagerbestände zum Ausdruck brachten. Besonders im Einzelhandel mit Bekleidung und Heimelektronik kam es allerdings teilweise zu deutlichen Preisnachlässen. Aus einigen Bereichen des Landes wurde von Preisdruck in bestimmten Bereichen berichtet, inflationäre Tendenzen wurden aber nirgendwo erwähnt. Allgemein klagten die Unternehmen über höhere Energiepreise, hielten die Preise ihrer Produkte jedoch konstant.(APA/vwd/Reuters)

Share if you care.