Vorarlberg sorgt sich um Auer- und Birkhuhn

22. April 2003, 11:39
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Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde festgestellt, dass diese Populationen nur eine geringe genetische Vielfalt aufweisen

Brengenz - Die Gesellschaft für Vogelkunde, BirdLife, schlägt Alarm. Laut einem Forschungsprojekt der technischen Universität München weisen die Auer- und Birkhuhnpopulationen in Vorarlberg eine geringe genetische Vielfalt auf. Eine weitere Einschränkung oder negative Entwicklung der Lebensräume könnte die Situation der Populationen dramatisch verschärfen, warnte BirdLife am Montag.

Population in Vorarlberg gering

"Im Vergleich mit anderen Populationen aus dem Alpenraum ist die genetische Vielfalt der Auerhuhn- und Birkhuhnpopulationen in Vorarlberg durchschnittlich bis gering", fasste die Obfrau von BirdLife Vorarlberg, Rita Kilzer, die Forschungsergebnisse zusammen.

"Es gibt zwar noch keine Anzeichen auf genetische Verarmung durch Inzucht, aber der genetische Kontakt zwischen den untersuchten Auerhuhnpopulationen in Vorarlberg ist eingeschränkt", so Kilzer. Im Ländle hat sich nach Beobachtungen von BirdLife die Auerhuhnpopulation in den vergangenen Jahren auf etwa achtzig bis hundert Tiere reduziert, die weit verstreut in allen Landesteilen leben.

Eigenschaften analysiert

In dem Forschungsprojekt an der TU München wurden demographische und genetische Eigenschaften von Auer- und Birkhuhn in Mitteleuropa in Relation zur räumlichen Verteilung und Qualität ihrer Lebensräume analysiert. "Wir haben Federn von Auer- und Birkhühnern aus allen Landesteilen Vorarlbergs gesammelt und mit finanzieller Unterstützung der Vorarlberger Naturschau inatura im Rahmen des Forschungsprojekts genetisch untersuchen lassen", erläuterte Kilzer der APA.

Sollte sich die Situation weiter zu Ungunsten des Auerhuhns entwickeln, etwa durch Veränderung der Waldstrukturen oder Klimawandel, könnte sich der populationsgenetische Befund rasch ändern. "Unter Umständen reichen kleine, kaum merkliche Veränderungen aus, um die Situation deutlich zu verschärfen." BirdLife rät deshalb, "sobald wie möglich Maßnahmen zu ergreifen, die den Negativtrend in der Populationsentwicklung aufhalten."

Qualität großflächig verbessern

Die Qualität der Lebensräume müsste laut BirdLife großflächig verbessert werden. "Je besser und großflächiger der Lebensraum ist, desto eher kann eine Population ungünstige Einflüsse verkraften", heißt es im Bericht. Lebensräume und die Verträglichkeit ihrer forstlichen, landwirtschaftlichen und touristischen Bewirtschaftung seien entscheidend für die Sicherung der Auer- und Birkhuhnpopulationen. (APA)

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    foto: birdlife
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