"Super-DMCA" bedroht Forschung

22. April 2003, 09:24
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Verschlüsselungsexperte muss Diplomarbeit für US-Bürger unzugänglich machen

Erste negative Auswirkungen zeigt der Ende März in sieben amerikanischen US-Bundesstaaten "Super-DMCA", einer Erweiterung des Digital Millenium Copyright Act (DMCA). Dieser verbietet nämlich unter anderem die Veröffentlichung von Literatur, die benutzt werden könnte, Geräte zu entwickeln, mit denen ungesetzlich verschlüsselt, entschlüsselt oder verzerrt werden kann.

Auswirkungen

Darunter fällt aber auch die Promotion des deutschen Verschlüsselungsexperten Niels Provos, der unter anderem auch an der Entwicklung von OpenSSH und OpenBSD mitarbeitet. Seine - für die Universität von Michigan abgefasste - Arbeit unter dem Titel "Statistical Steganalysis" hat er aus diesem Grund nun auf einen holländischen Server umgesiedelt, wer si betrachten will muss zuerst bestätigen, dass er/sie keinE BürgerIn der Vereinigten Staaten ist und sich außerhalb derselben befindet.

Aufgeschreckt

Diese Vorgangsweise hat mittlerweile für einige Aufregung gesorgt, da vielen WissenschaftlerInnen offensichtlich die Tragweite einer solchen Gesetzeslage nocht nicht bewusst war. Die University of Michigan will die Arbeit übrigens trotz der Rechtslage publizieren, auch deswegen, da davon ausgegangen wird, dass die zuständigen Behörden selbst die Auswirkungen des Gesetzes noch nicht vollständig realisiert haben. (red)

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