UNMOVIC bezweifelt Fund von chemischen Waffenkomponenten

21. April 2003, 21:15
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Blix-Sprecher: Viele Bausteine für Chemiewaffen werden auch für zivile Projekte eingesetzt

New York - Mit Skepsis hat die UNO-Waffenkommission UNMOVIC auf Berichte über den Fund von Komponenten angeblich illegaler Waffen im Irak reagiert. UNMOVIC-Sprecher Ewen Buchanan wies am Montag in New York darauf hin, dass viele Bausteine für chemische Waffen genauso für zivile Projekte benötigt und eingesetzt würden. Ein Beispiel sei Chlor, ein wichtiger Baustein des chemischen Kampfstoffes Senfgas, der aber auch für die Klärung von Trinkwasser verwendet wird. Bevor nicht mehr Details über die jetzt gefundenen Substanzen bekannt würden, sei der Schluss verfrüht, dass es sich um Komponenten von Massenvernichtungswaffen handeln müsse, warnte UNMOVIC.

Die "New York Times" hatte am Montag berichtet, dass US-Experten auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak auf einen der bisher wichtigsten Funde gestoßen seien. Ein Iraker, der nach eigenen Angaben jahrelang am Programm für Massenvernichtungswaffen gearbeitet hatte, habe ein Militärteam zu einem Ort geführt, an dem Komponenten für illegale Waffen vergraben gewesen seien. Das Militärteam nannte der Zeitung jedoch weder den Namen des irakischen Wissenschaftlers noch identifizierte es die angeblichen Bausteine für Chemiewaffen. Die USA hatten die Bedrohung durch das irakische Chemiewaffenprogramm immer als Grund für den Krieg genannt. Bisher steht der Nachweis vom Chemiewaffen aber aus.

UNMOVIC-Chef Hans Blix wollte am Dienstag mit dem Sicherheitsrat in New York über die mögliche Rückkehr der Waffeninspektoren in den Irak beraten. Blix empfiehlt, Funde durch das US-Militär von seinen Inspektoren verifizieren zu lassen. Nur so könne vermeiden werden, dass einmal Zweifel an der amerikanischen Darstellung aufkommen könnten.(APA/dpa)

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