Über tausend Flüchtlinge

21. April 2003, 11:32
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An der jordanisch-irakischen Grenze warten vor allem iranische Kurden

Amman - An der westirakischen Grenze warten mehr als tausend Flüchtlinge auf eine Einreiseerlaubnis nach Jordanien. Wie ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Peter Kessler, am Sonntag in Amman mitteilte, erhöhte sich die Zahl innerhalb von 24 Stunden um mehrere hundert. Die meisten der Flüchtlige seien iranische Kurden. Sie harrten im Niemandsland aus, viele von ihnen bräuchten medizinische Hilfe. Die Menschen seien vor den Bedrohungen durch die irakische Bevölkerung geflohen.

Immer mehr Palästinenser

Auch immer mehr Palästinenser würden an der jordanischen Grenze ankommen. Die Einheimischen hätten ihnen zu verstehen gegeben, dass sie im Irak nicht mehr erwünscht seien. Das UNHCR verhandelte dem Sprecher zufolge mit Amman über die Aufnahme der Flüchtlinge.

Der jordanische Informationsminister Mohammed Adwan sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Fälle würden untersucht. "Aber wir können sie im Moment nicht reinlassen." Nur Transitreisende, deren Herkunftsländer eine Aufnahme garantieren, dürften die Grenze passieren, sagte Adwan. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen gehören viele der aus dem Irak fliehenden Iraner den Volksmudschahedin an, einer bewaffneten Oppositionsgruppe, die im Irak Aufnahme gefunden hatte.

Kofi Annan besorgt

UNO-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich bei einem Besuch in Jordanien besorgt über gewaltsame Vertreibungen von Arabern aus dem Nordirak. Annan sei beunruhigt über Berichte über Ermordungen, Plünderungen und Vertreibungen, sagte ein UNO-Sprecher vor Journalisten in Amman.

Die US-Streitkräfte vor Ort müssten für Sicherheit sorgen. Medienberichten und Augenzeugenberichten der Organisation Human Rights Watch zufolge sei vor allem die Gegend um die Kurden-Stadt Kirkuk betroffen, sagte der Sprecher. Unter der Herrschaft von Saddam Hussein waren im Nordirak einheimische Kurden vertrieben und Araber angesiedelt worden. (APA/AFP)

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