Auf schiefer Ebene zur Donau

6. August 2003, 14:02
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Die optimale Radroute für alle, die eine abwechslungsreiche Tour ohne Anstrengung wollen

Manche Radler meinen, eine Radtour sei nur ideal, wenn es die ganze Strecke bergab geht, und das aber nicht zu steil, sodass man seine ganze Aufmerksamkeit der umgebenden Landschaft und deren Schönheiten widmen kann. Eine solche Strecke gibt's, und zwar eine Kombination des Gölsen-und Traisentalweges von Hainfeld bis Traismauer, auf der man wie auf einer schiefen Ebene zur Donau rollt.

Die Tour lässt sich relativ einfach absolvieren, weil man sich bergauf der Dienste der Bundesbahn bedienen kann. Auf der Bahnfahrt hat man die einzige und gleichzeitig starke Steigung zu überwinden, denn in St. Pölten muss man durch eine Unterführung von einem Perron zu anderen und hat dabei das Radl über eine Stiege zu schleppen. Zum Umsteigen aber hat man genug Zeit, zu tummeln braucht man sich nicht.

Mit stärkerem Verkehr kommt man auf der ganzen Strecke nicht in Berührung, nicht einmal in der Landeshauptstadt St. Pölten, wo die Route direkt am linken Ufer der Traisen verläuft und man das ganze Regierungsviertel ohne Querverkehr durchradelt.

Zeitweise gibt es nur Fluss und Au, zwischen St. Pölten und Traismauer passiert man überhaupt keine Siedlungen, die an der Strecke liegenden Orte wie Pottenbrunn und Herzogenburg kann man in kurzen Abstechern erreichen. Es fehlt daher auch nicht an Möglichkeiten für eine geruhsame Rast. Im Anfangsteil der Route bieten sich einige "Radlertränken" und Würstelstände zumindest für eine kurze Unterbrechung an. Man radelt fast nur auf Asphalt.

Da man immer parallel zu einer Bahnlinie fährt, stellt ein vorzeitiger Abbruch der Tour kein Problem dar. Wem die Strecke zu kurz ist, der/die kann mühelos eine Verlängerung einplanen, indem er/sie etwa Tulln oder Krems als Ausgangspunkt wählt und noch einen Abschnitt des Donauradweges anstückelt.

Einen besonderen Reiz erhält die Tour durch die Verschiedenartigkeit der Landschaft. Man beginnt zwischen den Kuppen des westlichen Wienerwaldes und der Voralpen und erreicht später die Ebene und das sich entlang der Traisen erstreckende Augebiet. Im Sommer bieten die Gölsen und vor allem die Traisen viele erfrischende Bademöglichkeiten.

Beim Bahnhof Hainfeld beginnt die gut beschilderte Route, die am rechten Ufer der Gölsen verläuft. Beim Bahnhof Traisen schwenkt man auf den Traisenradweg ein, der von Wilhelmsburg - die einzige Ortsdurchfahrt mit nennenswertem Verkehr - bis zur Höhe Herzogenburg auf dem linken Flussufer und in weiterer Folge auf dem rechten angelegt ist.

Von
Bernd Orfer

Die Distanzen: Hainfeld-Traisen 15 km, Traisen-St. Pölten 19 km, St. Pölten-Herzogenburg 12 km, Herzogenburg-Trais- mauer 9 km gesamt 55 km ohne Steigung. Raststätten auf der ganzen Strecke. Schubert & Franzke, Radwandern im Mostviertel, 1:75.000

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