US-Truppen sollen so rasch wie möglich aus dem Irak abgezogen werden

21. April 2003, 21:02
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Rumsfeld dementiert Meldung, dass Militärstützpunkte errichtet werden sollen

Dubai - Die US-geführten Truppen wollen nach Worten des stellvertretenden US-Außenministers Richard Armitage keinen Tag länger als notwendig im Irak bleiben. In einem am Sonntag verbreiteten Interview der in Abu Dhabi erscheinenden Zeitung "El Khalidsch" sagte Armitage, die Streitkräfte würden den Irak verlassen, wenn die Sicherheit des Landes gewährleistet und es frei von Massenvernichtungswaffen sei. Hinsichtlich des Wiederaufbaus des Irak sagte er, bevor in die Ölindustrie investiert werde, müsse die grundlegende Versorgung im Land wieder hergestellt sein.

Rumsfeld dementiert Stützpunkt-Pläne für den Irak

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat am Montag energisch dementiert, dass die USA im Irak vier Militärstützpunkte errichten wollen. Rumsfeld sagte, Spitzenbeamte in Washington hätten über ein solches Thema "null Gespräche" geführt. "Wir haben das buchstäblich nicht einmal erwogen." Rumsfeld sagte, die USA benutzten derzeit vier Stützpunkte, um humanitäre Hilfe in den Irak zu bringen. Das habe aber nichts mit langfristigen Plänen zu tun.

Die "New York Times" hatte am Samstagabend in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf US-Militärkreise berichtet, das US-Militär wolle vier Militärstützpunkte im Nachkriegsirak weiter nutzen. "Es wird eine Art Langzeit-Verteidigungsbeziehung mit einem neuen Irak geben, ähnlich wie mit Afghanistan", zitierte die Zeitung einen hochrangigen Beamten aus dem Verteidigungsministerium. "Das Ausmaß dessen muss noch festgelegt werden." Zu entscheiden sei noch, ob die USA umfassend ausgerüstete Stützpunkte oder nur kleine Basen betreiben oder lediglich Zugang zu solchen bekommen sollten, hieß es in den Kreisen.

Bei den anvisierten Stützpunkten gehe es um eine Basis beim internationalen Flughafen Bagdads, eine nahe Nassiriyah im Süden des Landes, eine im bisher kurdisch verwalteten Norden sowie eine im Westen nahe einer Ölpipeline, berichtete die Zeitung. (APA/AP)

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