Große Museen schicken Experten in den Irak

20. April 2003, 12:45
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Schaden soll dokumentiert werden

London - Führende Museen der Welt wollen nach einem Bericht des "Independent on Sunday" Experten in den Irak schicken, um bei der Wiedererlangung geraubter Kunstschätze zu helfen. Das internationale Team unter Leitung des Britischen Museums in London werde unter anderem Fachleute aus dem Louvre in Paris, dem Getty Museum in Los Angeles, dem Metropolitan Museum in New York und der Hermitage in St. Petersburg umfassen, berichtete die Zeitung.

Kaum jemand weiß, was fehlt

Das Britische Museum schickt seinen Experten für antike Kunstschätze des Nahen Ostens, John Curtis, sechs Restaurateure und drei Kuratoren. "Erstaunlich ist, dass bisher kaum jemand weiß, was genau fehlt", sagte der Direktor des Britischen Museums, Neil MacGregor. Deshalb müsse zunächst einmal der entstandene Schaden dokumentiert werden. "Wir müssen die Regierungen außerdem dazu bringen, dass sie jeden daran hindern, diese Objekte in ihre Länder einzuführen."

Ausgrabungsstätten schützen

MacGregor, der den USA vorgeworfen hat, das Irakische Nationalmuseum viel zu spät unter Bewachung gestellt zu haben, forderte auch den Schutz wichtiger Ausgrabungsstätten außerhalb der irakischen Städte. "Wir wissen schlicht nicht, was an Orten wie Ninive und Ur geschieht", sagte er.

"Aber das sind einige der frühesten und wichtigsten Städte der Erde, und wir müssen auch sie vor Plünderungen schützen." MacGregor sagte, er halte es für wahrscheinlich, dass Plünderer in Bagdad Kontakte zu skrupellosen westlichen Antiquitäten-Sammlern hätten. (APA/dpa)

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