Das Imperium schlägt zurück

21. April 2003, 14:29
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Michael Schumacher gewinnt am Todestag seiner Mutter den GP von San Marino vor Kimi Räikkönen und Rubens Barrichello

Imola/Italien - Weltmeister Michael Schumacher hat am Ostersonntag den Formel-1-Grand-Prix von San Marino gewonnen. Der 34-jährige Ferrari-Star setzte sich im vierten WM-Lauf der Saison im 4,933 km langen "Autodromo Enzo e Dino Ferrari" in Imola nach 62 Runden souverän vor dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes sowie seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello durch. Nach dem schlechtesten Saisonstart seiner Karriere - nur acht Punkte, kein Podestplatz sowie ein Ausfall (Brasilien) in den ersten drei Rennen - fand der Deutsche damit wenige Stunden nach dem Tod seiner Mutter auf die Erfolgsspur zurück und fuhr seinen insgesamt 65. Sieg ein. Ralf Schumacher beendete das Rennen als Vierter.

Im Fahrerlager von Imola herrschte weitgehende Übereinstimmung, dass ein Startverzicht der Schumacher-Brüder aus moralischen oder Pietätsgründen weder sie selbst noch sonst jemand über die Trauer hinweg getröstet hätte.

Raikkönen weiter WM-Leader

In der WM-Wertung liegt aber weiter Räikkönen, der in den bisherigen vier Saisonrennen mit den Rängen drei, eins, zwei und zwei immer auf dem Podest gestanden ist, in Front und hat mit 32 Punkten nun schon 13 Zähler Vorsprung auf seinen Teamkollegen David Coulthard (19) aus Schottland, der in Imola hinter Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher Fünfter wurde. WM-Dritter ist nun Michael Schumacher mit 18 Punkten.

Verzicht auf Pressekonferenz

Schumacher flog nach der Siegerehrung direkt nach Hause, ohne sich den Medien zu stellen. Sein Bruder Ralf hatte die Rennstrecke ebenfalls kommentarlos unmittelbar nach dem Ende des Rennens verlassen. Jean Todt vertrat bei der obligatorischen Pressekonferenz seinen freigestellten Fahrer und Freund. "Es war sehr schwierig für Michael. Er machte seine Arbeit, weil er sie tun wollte", sagte der Franzose. Schumacher habe selbst so entschieden. "Ferrari würde nie einen Fahrer gegen dessen Willen zum Start zwingen", versicherte Todt. Es sei für das gesamte Team eine Situation gewesen, die aber "die Ferrari-Familie enger zusammen geschweißt hat."

Michael Schumacher bedankte sich bei Ferrari. "Alle im Team, aber wirklich alle, haben mir an diesem schrecklichen Tag zu verstehen gegeben, wie sehr sie hinter mir stehen. Das hat gut getan."

Resultat GP von San Marino (nach 62 Runden a 4,933 km bzw. 305,609 km):

1. M.Schumacher (GER) Ferrari 1:28:12,058 Std. Schnitt: 207,894 km/h) 2. K.Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes + 1,882 Sek. 3. R.Barrichello (BRA)Ferrari + 2,291 4. R.Schumacher (GER) Williams-BMW + 8,803 5. D.Coulthard (GBR) McLaren-Mercedes + 9,411 6. F.Alonso (ESP) Renault + 43,689

7. J.P.Montoya (COL) Williams-BMW + 45,271 8. J.Button (GBR) BAR-Honda + 1 Runde 9. O.Panis (FRA) Toyota + 1 Runde 10. N.Heidfeld (GER) Sauber-Petronas + 1 Runde 11. H.-H.Frentzen (GER)Sauber-Petronas + 1 Runde 12. C.da Matta (BRA) Toyota + 1 Runde 13. J.Trulli (ITA) Renault + 1 Runde 14. A.Pizzonia (BRA) Jaguar-Cosworth + 2 Runden 15. G.Fisichella (ITA) Jordan-Cosworth + 5 Runden

Ausgeschieden: Jacques Villeneuve (CAN) BAR-Honda, Jos Verstappen (NED) Minardi-Cosworth, Justin Wilson (GBR) Minardi-Cosworth, Mark Webber (AUS) Jaguar-Cosworth, Ralph Firman (GBR) Jordan-Cosworth

Stellungnahme

Michael Schumacher: "Meine Mutter liebte es, auf der Kartbahn zu sein. Sie liebte es, wenn wir in unseren Karts über die alte Strecke in Kerpen düsten, und sie liebte es, uns Rennen fahren zu sehen. Meine Mutter und mein Vater haben uns immer unterstützt. Sie haben uns ermöglicht, das zu machen, was wir machen. Sie hätte gewollt, dass wir dieses Rennen fahren, da bin ich mir sicher. Alle im Team, wirklich alle - der Präsident, die Techniker, die Ingenieure, die Mechaniker und der Koch, einfach alle - haben mir an diesem schrecklichen Tag zu verstehen gegeben, wie sehr sie hinter mir stehen. Das hat gut getan."

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Michael Schumacher

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Rubens Barrichello spendet dem Sieger Trost.

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    Ralf Schumacher ging am Start an Bruder Michael vorbei.

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