Angeblich Geheimdienstmitarbeiter an Djindic-Mord beteiligt

21. April 2003, 18:43
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1.500 Euro für Tipp über Route des Regierungschefs

Belgrad - An der Ermordung des serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic waren am 12. März auch zwei Mitarbeiter des Geheimdienstes BIA direkt beteiligt. Laut Belgrader Medien, die sich auf Regierungskreise berufen, hatten die BIA-Mitarbeiter Branislav Bazarevic und Toni Gavric die Mafia-Gruppe von Zemun über den genauen Zeitpunkt unterrichtet, zu dem Djindjic am Mordtag seine Residenz im Stadtviertel Dedinje in Richtung Regierungsgebäude verlassen hatte. Bazarevic waren demnach für diese Information von der Mafia-Gruppe 1.500 Euro versprochen worden.

Beide BIA-Mitarbeiter sind angeblich festgenommen worden. In Polizeihaft befindet sich auch der stellvertretende Kommandant der Spezialpolizeieinheit JSO (Rote Barette), Zvezdan Jovanovic, der die tödlichen Schüsse auf Djindjic abgefeuert hatte. Von 12 Personen, die am Attentat direkt beteiligt waren, sind mehrere noch auf der Flucht. Der einstige JSO-Kommandant Milorad Lukovic "Legija" hatte laut den Medienberichten aus seiner Wohnung die Arbeit aller Beteiligten koordiniert.

Mehrere Angehörige des Zemun-Clans hatten die Bewegung des Dienstwagen Djindjics durch die Stadt verfolgt. Zwei Wagen mit Mitgliedern der Mafia-Gruppe sowie JSO-Angehörigen waren in der Gegend um das Regierungsgebäude unterwegs, um dem Mörder und seinen Komplizen bei der Flucht vom Tatort behilflich zu sein. Zu den Beteiligten gehörten auch die Bosse der Mafia-Gruppe, Dusan Spasojevic Siptar und Mile Lukovic Kum. Beide waren bei dem Polizeiversuch, sie festzunehmen, am 27. März getötet worden. (APA)

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