Kreise: Deutsche Telekom schließt mit Konkurrenten Ortsnetz-Verträge

20. April 2003, 11:18
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Anrufer können Ortsnetz-Gespräche an der Telekom vorbei führen

Die Deutsche Telekom hat sich mit 19 Wettbewerbern über die Bereitstellung von Dienstleistungen im Rahmen der freien Wahl des Ortsnetzanbieters geeinigt, wie aus unternehmensnahen Kreisen verlautet. Vom kommenden Freitag an dürfen Anrufer durch besondere Vorwahlen - wie seit 1998 bei Ferngesprächen üblich - auch im Ortsbereich Gespräche an der Telekom vorbei führen.

"Wir sehen uns mit unseren Preismodellen gut aufgestellt."

"Die Telekom hat entsprechende Vereinbarungen mit 19 Konkurrenten getroffen", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag aus den Kreisen. Noch sei allerdings nicht bekannt, ob diese Anbieter die Verträge auch umsetzten, hieß es weiter. Das werde sich erst in der nächsten Woche bei der Präsentation der Geschäftsmodelle zeigen, hieß es weiter. Ein Sprecher der Telekom sagte auf Anfrage: "Wir sehen uns mit unseren Preismodellen gut aufgestellt." Die freie Wahl des Anbieters bei Ortsnetzgesprächen wird in Deutschland nach langer Verzögerung vom 25. April an möglich sein. Damit können künftig mehr Unternehmen der noch marktbeherrschenden Deutschen Telekom bei Ortsnetzgesprächen Konkurrenz zu machen.

Die "Welt am Sonntag" hatte am Samstag im Voraus berichtet, dass die Konkurrenz im Ortsnetz nach Freigabe für den Call-by-Call-Dienst größer als erwartet werde. Mehr als 20 Unternehmen wollten mit eigenen Diensten auf den bisherigen Monopolmarkt der Deutschen Telekom drängen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Kreise. Damit verliere das ehemalige Staatsunternehmen endgültig seine Alleinherrschaft im Ortsnetz.

Geeinigt

Anfang Dezember hatte sich die Telekom erstmals mit einem ihrer Konkurrenten über die Bereitstellung von Dienstleistungen bei der freien Wahl des Ortsnetzanbieters geeinigt. Die Telekom und der von niederländischen Investoren finanzierte Anbieter 01051 hatten damals mitgeteilt, zwischen beiden Unternehmen sei eine grundsätzliche Vereinbarung über das so genannte Call by Call im Ortsnetz geschlossen worden. Start des Dienstes sollte der 1. Mai 2003 sein.(APA)

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