US-Armee ignorierte Warnungen

20. April 2003, 10:38
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Büro für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe hatte empfohlen, Irakisches Nationalmuseum zu bewachen

London - Die US-Armee hat einem Pressebericht zufolge Empfehlungen des Büros für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe (ORHA) ignoriert und dadurch die massiven Plünderungen irakischer Kulturschätze in Bagdad ermöglicht. Wie die britische Zeitung "The Observer" berichtete, empfahl das ORHA der Armeeführung, nach der irakischen Nationalbank vor allem das Nationalmuseum zu bewachen.

Die Plünderung des Museums "würde unwiederbringliche Verluste von für die Menschheit wichtigen Kulturschätzen herbeiführen", hieß es in dem Schreiben, das dem "Observer" nach eigenen Angaben vorliegt. Demnach wurde der Brief bereits am 27. März, eine Woche nach Kriegsbeginn, an mehrere Generäle verteilt.

"Nur ein paar Soldaten aufstellen"

Ein Verantwortlicher des ORHA sagte dem "Observer", die US-Armee sei lediglich gebeten worden, einige Soldaten oder "ein bis zwei Panzer" vor wichtigen Gebäuden aufzustellen. "Aber statt dessen haben sich die Generäle geweigert, und jetzt sehen Sie, was passiert ist."

Laut "Observer" bewachte die US-Armee vor allem das Ölmimisterium. Das ORHA hatte dieses nur auf Platz 16 der am meisten zu schützenden Gebäude gesetzt. Das Büro für Wiederaufbau wird von dem ehemaligen US-General Jay Garner geführt, der nach Vorstellungen Washingtons eine Übergangsverwaltung im Irak leiten soll. (APA/AFP)

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