Sieben Palästinenser bei Vorstoß der israelischen Armee bei Rafah getötet

20. April 2003, 11:57
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Am Sonntag wurde ein Palästinenser nach dem Wurf von Molotow-Cocktails getötet

Jerusalem - Bei den Zusammenstößen zwischen israelischer Armee und Palästinensern in Rafah ist nach Armeeangaben neben fünf Palästinensern auch ein israelischer Soldat ums Leben gekommen. 27 Personen wurden nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte verletzt, sechs von ihnen schwer, als die israelische Armee mit 30 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen ins Zentrum von Rafah und ins Flüchtlingscamp vordrang. Hubschrauber hätten die Gegend überflogen.

Drei weitere Soldaten seien bei den Schusswechseln mit Palästinensern verletzt worden, teilte das israelische Militär am Sonntag mit.

Islamischer Dschihad bekennt sich zu Anschlag in Shaked

Die Soldaten schossen den Angaben zufolge mit Maschinengewehren und Panzergranaten. Palästinenser hätten die Schüsse erwidert. Die Getöteten seien zwischen 15 und 32 Jahre alt gewesen. Die israelische Armee rückte am Abend auch mit rund 20 Panzern und Geländewagen in die autonome Palästinenserstadt Jenin im Norden des Westjordanlandes ein. Soldaten gaben Warnschüsse mit Gummigeschossen ab, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten.

Ebenfalls im nördlichen Westjordanland drang nach israelischen Armeeangaben mindestens ein Bewaffneter in die Siedlung Shaked ein und eröffnete das Feuer. Dabei seien zwei Soldaten leicht und ein israelischer Zivilist schwer verletzt worden. Laut israelischem Rundfunk wurde der Täter kurze Zeit später erschossen. Die radikale Gruppe Islamischer Dschihad bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AFP zu dem Angriff auf die Siedlung.

Nach eigenen Angaben nahm die israelische Armee in Tulkarem im Norden des Westjordanlandes 22-jähriges Mitglied des Islamischen Dschihad fest, der einen Selbstmordanschlag verüben wollte. Er sei zusammen mit vier anderen Aktivisten gefasst worden, unter ihnen eine Frau, die ebenfalls ein Selbstmordattentat geplant habe. Am Stadtrand von Nablus sei zudem ein mit Nägeln und Sprengstoff gefüllter Koffer gefunden worden. Experten hätten ihn entschärft. Den Angaben zufolge wurden seit Beginn des jüdischen Osterfestes am Mittwochabend mindestens neun Palästinenser gefasst, die anti-israelische Anschläge geplant hatten oder verüben wollten.

In Nablus nahmen mehr als tausend Menschen öffentlich Anteil am Tod eines palästinensischen Kameramanns, der bei Kämpfen in der Stadt von israelischen Soldaten erschossen wurde.

Palästinenser nach Wurf von Molotow-Cocktails erschossen

Weiter haben israelische Soldaten nach Armeeangaben im Westjordanland einen Palästinenser erschossen, der Molotow-Cocktails auf israelische Zivilfahrzeuge geschleudert hatte. Eine Armeestreife haben den Mann am Sonntagmorgen in der Nähe der Stadt Nablus getötet, teilte das israelische Militär mit

Raketeneinschlag in Sderot

In der israelischen Ortschaft Sderot nahe der Grenze zum Gazastreifen ist nach israelischen Rundfunkangaben indessen am Sonntag eine palästinensische Kassem-Rakete eingeschlagen. Das Geschoss sei vom Norden des Gazastreifens aus abgefeuert worden und habe beim Einschlag ein Haus beschädigt und einen Brand ausgelöst. Eine Person wurde dabei verletzt. (APA/Reuters/AFP/dpa)

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