Schiiten pilgern nach jahrzehntelangem Verbot wieder nach Kerbela

19. April 2003, 20:54
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Erste irakische Verkehrspolizisten in Bagdad - "Sun" verlost Brocken von Saddam-Statue

Bagdad - In Bagdad sind am Samstag mehrere tausend Schiiten zu einer Wallfahrt aufgebrochen, die unter dem bisherigen irakischen Regime jahrzehntelang verboten war. Das Ziel der Pilger war die südirakische Stadt Kerbela, wo der Schrein des Imam Hussein, Enkel des Propheten Mohammed, liegt. Das Grab gilt als eines der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten, die im Irak mit 60 Prozent die Bevölkerungsmehrheit stellen. Bis zu ihrem Verbot durch Saddam Hussein fand die Wallfahrt jährlich statt.

In Bagdad traten die ersten 200 irakischen Verkehrspolizisten ihren Dienst an, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Zwei Wochen nach Zusammenbruch der Stromversorgung blieben weite Teile der Fünf-Millionen-Stadt weiter ohne Energie. Die US-Armee hatte zuvor angekündigt, bis Freitag mindestens die Hälfte der Einwohner wieder mit Strom zu versorgen. Dieses Ziel wurde nach Einschätzung eines AFP-Korrespondenten nicht erreicht. Verwaltungsexperten der US-Armee begannen mit einer Bestandsaufnahme zerstörter oder verschwundener Zivildokumente wie Testamenten, Besitz- oder Heiratsurkunden. Aus Basra meldete ein AFP-Korrespondent den Beschuss britischer Soldaten. Die unbekannten Täter verletzten offenbar niemanden.

Die britische Tageszeitung "Sun" hat am Samstag ein Preisrätsel veranstaltet, dessen Gewinner einen Teil einer Bronzestatue des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein aus der Hauptstadt Bagdad erhalten soll. Um sich für die Verlosung zu qualifizieren, müssen die Leser die Frage beantworten, in welches Land der Irak im Jahr 1990 eingedrungen ist und damit den ersten Golfkrieg ausgelöst hat. Nach Angaben der Zeitung soll das Los mit der ersten richtigen Antwort gewinnen, die aus einem Barett gezogen werde. (APA/AP/Reuters)

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