Tränen für Saddam

19. April 2003, 20:46
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Ärger über Demontage eines Saddam-Hussein-Denkmals in Tikrit - "Beleidigung für alle Iraker!"

Tikrit - Mit Trauer und Zorn haben Bewohner von Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit am Samstag verfolgt, wie US-Soldaten ein Reiterstandbild des entmachteten Präsidenten vom Sockel holten. Mit zwei an Panzerfahrzeugen befestigten Stahlseilen rückten US-Marineinfanteristen dem gusseisernen Ebenbild Saddam Husseins zu Leibe, das nach einer Viertelstunde zu Boden stürzte. Dutzende Einwohner begleiteten das Spektakel mit Hochrufen auf den bekanntesten Sohn ihrer Stadt: "Es lebe Saddam, es lebe Saddam". Unter Tränen küssten einige Menschen die Überreste der Statue und streichelten das Konterfei des Entmachteten, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Ein alter Mann rief: "Das ist eine Beleidigung für alle Iraker und Araber!" Ein anderer skandierte: "Man hat uns das Herz herausgerissen!" Eine Gruppe von vier US-Soldaten, die vor dem gestürzten Denkmal ein Erinnerungsphoto schießen wollte, wurde von der Menge mit "Haut ab"-Rufen bedacht. Es kam zu erregten arabisch-englischen Wortgefechten. Verwundert kommentierte US-Soldat Will Lewellyn die Szenen vom Steuer eines Panzerfahrzeugs aus: "Für die Freiheit dieser Leute habe ich mein Leben aufs Spiel gesetzt." (APA)

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    Ein Küsschen für ein gefallenes Saddam-Standbild

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