OPEC könnte zu Vorkriegs-Produktion zurückkehren

19. April 2003, 20:38
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Algerischer Ölminister: Preise sollen bei 25 Dollar stabilisiert werden

Algier - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) könnte nach Ansicht des algerischen Ölministers Chakib Chelil bei ihrem Sondertreffen am 24. April das derzeitige Förder- und Exportvolumen einschränken und zu den Quoten zurückkehren, die vor dem Irak-Krieg galten. "Wir wollen die Preise in einer Spanne zwischen 22 und 28 Dollar stabilisieren und wenn möglich bei 25 Dollar (22,9 Euro)", sagte Chelil am Samstag vor Journalisten in Algier. "Eine Rückkehr zu den Quoten vom 11. März ist wahrscheinlich", fügte er hinzu.

Vor Beginn des von den USA angeführten Krieges gegen Irak hatte die OPEC eine Erhöhung der Ölexporte bis knapp unter ihre Kapazitätsgrenze beschlossen, um die Versorgung der Märkte sicherzustellen. Der Verfall der Preise binnen weniger Wochen um 30 Prozent alarmierte das Kartell jedoch. OPEC-Präsident Abdullah el Attijah berief für den 24. April eine Sondersitzung der Ölminister nach Wien ein, um über Maßnahmen zur Stabilisierung der Preise zu beraten.

Situation in Venezuela und Nigeria

Chelil zufolge sollen bei den Gesprächen in der nächsten Woche in Wien auch die Entwicklungen in Venezuela und Nigeria berücksichtigt werden. "Wir werden die Situation analysieren und eine Entscheidung mit Blick auf die Normalisierung der Lage in Nigeria und Venezuela treffen", sagte er. In Venezuela und Nigeria steigt die Ölproduktion wieder, nachdem in beiden Ländern Unruhen die Exporte beeinträchtigt hatten.

Am Donnerstag, dem letzten Handelstag an der Londoner International Petroleum Exchange (IPE) vor Ostern, war der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Juni um 86 US-Cent auf 25,85 Dollar gestiegen. Händler begründeten dies mit der Annahme, dass die OPEC ihre Förder- und Exportmengen bei dem Sondertreffen einschränken werde.

Der Ölminister des Iran, Bijan Sanganeh, hatte sich in dieser Woche sogar für eine Reduzierung des offiziellen Förder- und Exportlimits von 24,5 Millionen Barrel pro Tag ausgesprochen. Er argumentierte damit, dass die Rückkehr des Irak an den Ölmarkt die Preise drücken werde. Nach US-Angaben könnte die Erdölförderung des Irak innerhalb der kommenden acht Wochen wieder auf zwei Drittel der Vorkriegs-Fördermenge von 2,5 Millionen Barrel pro Tag hochgefahren werden. (APA/Reuters)

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