Juni 2010

Nachhaltige Pläne für das Krankenhaus Nord

23. Juni 2010, 22:05

Wien - Die Fledermäuse bekommen ihre Einflugschneisen im Dach, die Mauersegler ihre Brutkästen unterm First, und nach den Bauarbeiten soll auch wieder die Spanische Fliege, ein seltener und selten schöner Nachtfalter, flattern: Der Krankenanstaltenverbund (KAV) präsentierte am Mittwoch seine „Nachhaltigkeits-Charta" für den Bau vom Krankenhaus Nord in Floridsdorf, die gemeinsam mit der Umweltschutzabteilung erarbeitet wurde.

„Uns war es wichtig, Nachhaltigkeit nicht als Sahnehäubchen über das Projekt zu verstehen", erläutert Projektleiter Peter Wölfl, „sondern die Zielvorstellungen schon vor der Planung festzulegen, damit man dann bei jedem Schritt weiß, was zu berücksichtigen ist."

Schutz des Grünraumes

So wurde für alle möglichen Bereiche des Baugeschehens ein umfassendes Maßnahmenbündel zusammengetragen: Neben dem Schutz des Grünraumes, der sich des ehemaligen ÖBB-Geländes an der Brünner Straße bemächtigt hat, gibt es etwa auch ein Wasserkonzept, damit möglichst wenig Regenwasser (rund 85.000 m³ pro Jahr) in den Kanal eingeleitet werden muss, sondern versickern kann. Auch beim Trinkwasser sollen von vornherein Sparmaßnahmen gesetzt werden.

Fernwärme und Fernkälte

Das Gebäude selbst soll die Energieklasse A nach dem Energieausweis erreichen - damit wäre der Raumwärmebedarf 25 Prozent unter der Mindestanforderung der Richtlinien für Dienstleistungs_gebäude. Der Wärmebedarf soll per Fernwärme gedeckt werden, aber auch „Fernkälte" für die Kühlung ist vorgesehen.

Weiters soll mit emissionsarmen Bauprodukten gearbeitet werden, um eine schadstoffarme Innenraumluft zu garantieren. Geprüft wird noch, ob eine Fotovoltaikanlage installiert und das Grundwasser geothermisch genutzt werden kann. (frei, DER STANDARD Printausgabe 24.6.2010)

 

Zophopas
00
26.6.2010, 13:41
wenn sie diese ganzen Umweltschutzmaßnahmen

und Energiesparmaßnahmen tatsächlich umsetzen, ist das ja wunderbar. Schade, dass man darum so einen Wirbel machen muss, das bedeutet, ökologisch Bauen ist noch lange nicht Standard in unsererm Land

Birger Jarl II
00
26.6.2010, 12:27

Wird eh alles nicht so realisiert. Die Ideen vom "Wohlfühlkrankenhaus" mit atemberaubenden Gartenanlagen und was nicht alles wurden ja aus Geldmangel schon lange alle gekippt. Dieser Firlefanz wird auch noch dran glauben. Und es wird am Ende trotzdem das Doppelte kosten (und das schon alleine aus Kalkulationsfehlern des Bauherren).

living reef
00
24.6.2010, 19:13
wer bezahlt eigentlich diese ganze vorabpropaganda?

ständig kommen berichte über das krankenhaus wien nord und dabei ist noch nicht einmal richtig mit dem bau angefangen worden. die ganze höchst hinterfragbare ausschreibungsgeschichte mit geheimniskrämerei über standort und errichter reichte vom selbstherrlichen floridsdorfer bvbis ins wiener stadtparlament. letztlich wurde dann alles anders als ursprünglich geplant, die ausschreibung entpuppte sich zur farce. haupsache jubelmeldungen über fledermäuse und dachgarten wo siechende lustwandeln können. das krankenhaus sollte/könnte schon längst fertig sein, hätten wir eine wirklich handlungsfähige politik und nicht selbstherrliche fauns...

Kontrollamt
00
24.6.2010, 15:03
Nachhaltiger Klärungsbedarf

Nachhaltig wird zu klären sein:
- Warum wurden an das Konsortium PSV Leistungen direkt und ohne Wettbewerb beauftragt und bezahlt?
- Warum wird die TGA-Planung nicht öffentlich ausgeschrieben?
- Warum werden die Leistungen der begleitenden Kontrolle (12 Mio EUR Honorar) nicht an die veränderten Projektbedingungen (kein Totalunternehmer mehr) angepasst?

Wigl Wogl
01
23.6.2010, 22:15
...nachhaltigkeitscharta ist super...

wenn man kein geld hat und auch von den banken keines mehr bekommt für das projekt - hält zumindest das projekt in den medien am köcheln

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