Walfangverbot bleibt aufrecht

23. Juni 2010, 20:57
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Großer Erfolg für Tierschützer: Kommerzieller Walfang wurde nicht freigegeben - Ohne Exporterlaubnis ist der Walfang für Island nicht rentabel, das Fänge an Japan verkauft

Agadir/Madrid- Die Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im marokkanischen Agadir hätte für die Meeressäuger nicht besser ausgehen können. Der Plan, den kommerziellen Fang von jährlich 1400 Tieren für die nächsten zehn Jahre wieder freizugeben, ist am Mittwoch gescheitert - trotz massiven Drucks der Walfangnationen Japan, Norwegen und Island. Streitpunkt unter den 88 beteiligten Ländern war bis zuletzt die Frage des Exports von Walfleisch. Ohne Exporterlaubnis ist der Walfang vor allem für Island nicht rentabel, das den Großteil der Fänge an Japan verkauft.

Kommerzieller Walfang nicht freigegeben

"Nach zwei Jahren Verhandlungen ist der Prozess an einem toten Punkt angekommen", erklärte die bis zuletzt um eine Einigung bemühte Vertreterin der USA, Monica Medina. Vor allem die EU, die über 25 der 88 Stimmen in der IWC verfügt, machte sich für ein Exportverbot stark. "Dass der kommerzielle Walfang jetzt doch nicht freigegeben wird, ist ein großer Erfolg", hieß es vom Verein Pro Wildlife.

Sunday Times deckte Stimmenkauf auf

Die Konferenz hatte am 16. Juni mit einem Skandal begonnen. Reportern der englischen Sunday Times war es gelungen, nachzuweisen, dass Japan Stimmen für eine Aufhebung des Walfangverbotes kauft. In den vergangenen 15 Jahren hat Japan erreicht, dass dutzende Länder aus der Karibik und Afrika, von denen die meisten nie Walfang betrieben, der IWC beitraten. Entwicklungshilfe und Schmiergeld sichern Tokio Stimmen dieser Länder in der IWC.

Wale sind trotzdem nicht sicher

Trotz des Scheiterns des Abkommens zum kommerziellen Walfang sind die Meeressäuger längst nicht überall sicher. Japan, Norwegen und Island dürfen auch weiterhin "zu wissenschaftlichen Zwecken" Wale jagen. Jährlich fallen den Harpunen rund 1500 Tiere zum Opfer. (Reiner Wandler, DER STANDARD Printausgabe 24.6.2010)

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