Kerviel soll 4,9 Milliarden Euro zahlen

23. Juni 2010, 19:48
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Paris - Die französische Großbank Société Générale hat vor Gericht verlangt, dass ihr ehemaliger Händler Jérôme Kerviel der Bank 4,9 Mrd. Euro zahlt. Natürlich werde Kerviel diese Summe nicht aufbringen, sagte am Mittwoch einer der drei Anwälte, die die Bank im Verfahren gegen den früheren Trader vertreten. Der "Einfachheit" halber und zum besseren "Verständnis" fordere die Bank aber die Summe ein, die ihr durch Kerviels heimliche Spekulationsgeschäfte im Jänner 2008 an Schaden entstanden sei. Insgesamt sei der Schaden noch viel größer, sagte Anwalt Jean Veil - "wir hätten Zinsen verlangen können und Schadenersatz für den moralischen Schaden", den die Großbank durch den Skandal erlitten habe.

Kerviel steht noch bis Freitag in Paris vor Gericht. Der 33-Jährige muss sich wegen Vertrauensmissbrauch, Fälschung und betrügerischer Eingabe von Daten in das Computersystem der Bank verantworten. Der damalige Händler hatte waghalsige Spekulationsgeschäfte abgewickelt, die nicht genehmigt waren, und das übliche Risiko um ein Vielfaches überschritten - nach Angaben der Bank um das 25.000-fache. Dem Angeklagten drohen fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 375.000 Euro. (APA)

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